Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will Angriffe auf russische Ölraffinerien nur dann einstellen, wenn Russland im Gegenzug die ukrainische Energieinfrastruktur verschont.
Jeder Schritt zur Deeskalation müsse auf Gegenseitigkeit beruhen und mit verlässlichen Garantien verbunden sein, erklärte Selenskyj am Sonntag auf Telegram. Einen einseitigen Verzicht auf die Angriffe lehnt Kiew damit ab.
US-Präsident Donald Trump hatte einen Stopp der ukrainischen Attacken gefordert und sich zudem für einen Führungswechsel in Kiew ausgesprochen.
Deutschlands Außenminister Johann Wadephul widersprach dieser Forderung deutlich. Europa brauche Stabilität, sagte er in Berlin. Deutschland stehe weiterhin an der Seite der Ukraine und unterstütze Selenskyj bei der Ausübung seines Amtes.
Zusätzlichen politischen Druck bringt ein von Trump angekündigtes Abkommen über russische Diesel-Lieferungen. Moskau habe zugestimmt, zunächst mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt bereitzustellen, erklärte der US-Präsident.
Angesichts stark gestiegener Kraftstoffpreise steht seine Republikanische Partei vor den Kongress-Zwischenwahlen im November unter Druck. US-Finanzminister Scott Bessent verteidigte die Vereinbarung mit dem Ziel, die Dieselpreise zu senken. Analysten bezweifeln jedoch, dass die Liefermengen die Preise dauerhaft deutlich drücken werden.
Selenskyj hatte bereits am Samstag kritisiert, dass der Deal Russland stärken könnte. Gleichzeitig setzt die Ukraine ihre Gespräche mit europäischen Partnern über weitere Luftverteidigung fort. Unterdessen wurden aus der russisch kontrollierten Stadt Lyssytschansk in der Region Luhansk nach einem ukrainischen Angriff zwei Todesopfer gemeldet.
Russland greift die Ukraine weiterhin regelmäßig aus der Luft an; bei jüngsten Attacken kamen nach ukrainischen Angaben zahlreiche Zivilisten ums Leben.