Am Donnerstag kam es zu zwei besonders perfiden Angriffen Russlands auf die Ukraine: Zwei Busse im Osten des Landes bekamen einen Volltreffer ab, brannten vollständig aus. Bislang sind 30 Todesopfer bestätigt, die Zahl könnte noch weiter steigen. Der öffentliche Verkehr in Kramatorsk wurde daraufhin eingestellt.
Bereits am Mittwoch wurde ein Wohnhaus im nordukrainischen Pryluky von einer Rakete getroffen. 22 Menschen sind tot, darunter fünf Kinder. Und auch auf Kiew gab es am Abend abermals Luftangriffe, bei denen zwei Menschen getötet wurden. Die Ukraine konterte mit einem Drohnenangriff auf ein Rechenzentrum des Internet-Riesen Yandex.
Und trotzdem glaubt Oberst Markus Reisner, dass die kommenden Monate eine Wende bringen könnten. "Paradoxerweise ist durch die zunehmende Eskalation des Krieges die Chance auf einen Waffenstillstand so groß wie nie zuvor", sagt er gegenüber "Focus".
In den harten Wintermonaten werde Putin wohl versuchen, ukrainische Großstädte von der Stromversorgung abzuschneiden. Er ist sich sicher: "Die Hemmungen der Russen sind gefallen." Weil aber keine Seite ewig durchhalten könne, die Verluste immer größer werden, ist auch die Chance auf einen Waffenstillstand höher als zuvor.
Im Vergleich zu den vergangenen Jahren gibt es auch am Schlachtfeld selbst einen entscheidenden Unterschied: "Im Gegensatz zu den ersten Jahren des Krieges gibt es keine lineare Front mehr. Es gibt nur noch eine Zone – die Todeszone."