Die Ukraine hat bei Lyman Gelände von rund 420 km² – etwa die Größe Wiens – zurückgewonnen. Bei der Operation "Vivaldi" griff sie russische Nachschubwege und Drohnenstellungen an. Erst danach rückten kleine ukrainische Sturmtrupps vor.
Oberst Markus Reisner beschreibt in seiner neuen Analyse für das Bundesheer, wie die Ukraine mit monatelanger Vorbereitung Drohnen und elektronische Kampfführung in dem Gebiet bündelte.
Ein entscheidender Faktor auf einem "gläsernen Gefechtsfeld", auf dem große Verbände kaum unbemerkt vorrücken können.
Unmöglich ist es jedoch nicht: "Die Ukraine hat mit der Operation Vivaldi Raum Lyman gezeigt, dass ein Angriffsmanöver trotzdem erfolgreich sein kann."
Nach Reisners Darstellung griffen ukrainische "Hornet"-Drohnen russisch kontrollierte Flussübergänge an und erschwerten so den Nachschub. "Baba Yaga"- und "Vampire"-Drohnen setzten dann an wichtigen Punkten angriffsfähige Bodenroboter ab.
Auch russische Drohnenstellungen, besonders des Eliteverbands "Rubicon", sowie Munitionsdepots und Startplätze wurden angegriffen. Als die Versorgung der russischen Angriffsspitzen unterbrochen war, stießen ukrainische Sturmtrupps in kleinen Gruppen vor und brachen den russischen Widerstand.
So schildert es der Offizier. Er winkt mit dem Zaunpfahl in Richtung Europa: "Daraus sollten moderne Streitkräfte lernen."
Reisner bewertet die Geländegewinne zwar als bedeutenden taktischen Erfolg, ein größerer Durchbruch gelang jedoch nicht: Russland konnte hinter dem Fluss Zherebets vorerst eine neue Verteidigungslinie aufbauen.