Ukrainische Gegenoffensive

"Operation Vivaldi" wird zum Albtraum für Putin

Erstmals enthüllt die Ukraine Details zu "Operation Vivaldi". Die Gegenoffensive ist ein schwerer Schlag für die russischen Pläne bei Lyman.
Newsdesk Heute
16.09.2026, 14:04
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Die ukrainische Armee hat erstmals ausdrücklich bestätigt, dass sie nordwestlich von Lyman eine laufende Gegenoffensive gegen einen russischen Frontvorsprung führt. Im Zentrum steht die "Operation Vivaldi", die russische Stellungen, Nachschubwege und Treibstoffversorgung unter Druck setzen soll.

Der Kommandeur des 3. ukrainischen Armeekorps, Brigadegeneral Andrij Bilezkyj, bestätigte am 15. September, dass ukrainische Kräfte nördlich von Lyman im Einsatz sind. Das berichtet das Institute for the Study of War in seiner Analyse vom 15. September 2026.

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Nach Angaben Bilezkyj hätten ukrainische Einheiten insgesamt 85 Quadratkilometer geräumt oder zurückerobert. Dazu zähle Serednje nordwestlich von Lyman. Zudem seien russische Infiltratoren aus Nowoseliwka, Jarowa, Oleksandriwka und aus Bereichen am Rand von Korowij Jar verdrängt worden.

Logistik im Visier

Bilezkyj bezeichnete diese Geländegewinne als erste Phase der Operation. Dem ISW-Bericht zufolge dürfte die Ukraine darüber hinaus weitere Fortschritte erzielt haben. Auch russische Quellen beginnen demnach, ukrainische Gewinne in dem Gebiet indirekt einzuräumen.

Ein wichtiger Teil der "Operation Vivaldi" ist offenbar eine Schlagkampagne gegen russische Logistik. Das 3. Armeekorps erklärte, Drohnenteams hätten zunächst Ziele bis zu 50 Kilometer hinter der Front attackiert, später sei die Reichweite der Angriffe auf bis zu 120 Kilometer ausgeweitet worden.

Diese Angriffe sollen Russland gezwungen haben, eine Pipeline zur Treibstoffversorgung aus Russland in das besetzte Gebiet Luhansk stillzulegen. Außerdem seien Unterstützungselemente der 144. motorisierten Schützendivision aus besetztem ukrainischem Gebiet in die russische Region Woronesch verlegt worden.

Auch Treibstoff- und Munitionslager, Kommunikationsknoten, Kommandoposten und Transporte seien laut ukrainischen Angaben verstreut worden — teils nach Russland, teils in Waldgebiete. Das soll die russische Versorgung zusätzlich erschweren.

Befreiungsschlag

Militärisch bedeutsam ist für das ISW vor allem ein Punkt: Die ukrainischen Vorstöße bei Lyman sollen Russlands Versuch gestört haben, den sogenannten "Festungsgürtel" der Ukraine weiträumig einzukesseln. Gemeint ist die ukrainische Verteidigungslinie im Raum Donezk mit Städten wie Slowjansk und Kramatorsk.

Ein kremlnaher russischer Militärblogger habe eingeräumt, dass die ukrainischen Erfolge eine russische Offensive auf Slowjansk verzögern könnten. Zudem sei die Nordflanke russischer Kräfte in diesem Bereich nun anfällig für ukrainische Gegenangriffe und weitere Störaktionen.

Einschätzung der Gelände-Kontrolle im Norden von Lyman durch das ISW.
ISW

Falsche Jubelmeldungen

Russische Militärblogger kritisieren dem Bericht zufolge außerdem eine Kultur der "schönen Berichte" — also übertriebene Erfolgsmeldungen von der Front an höhere Kommandostellen. Solche Darstellungen könnten operative Planungen verzerren und ukrainische Vorstöße begünstigt haben.

Neben den Kämpfen bei Lyman gibt es noch weitere Entwicklungen: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bekräftigte am 15. September die Bereitschaft der Ukraine zu einer gegenseitigen Feuerpause bei Angriffen auf Energieziele. Diese hänge demnach davon ab, ob die US-Partner sicherstellen könnten, dass "Russland wirklich bereit ist, den Krieg zu beenden".

Russland startete laut Bericht in der Nacht 200 Drohnen gegen die Ukraine. Ukrainische Kräfte führten zugleich mehrere weitreichende Drohnenangriffe gegen Öl-, Rüstungs- und Militärinfrastruktur in Russland durch. Zudem verhängte das US-Finanzministerium weitere Sanktionen gegen die mehrheitlich staatliche russische Bank VTB wegen deren Rolle bei iranischer Sanktionsumgehung und wachsendem russisch-iranischem Handel.

red,16.09.2026, 14:04