Die Ukraine ist gerade dabei, ihre Abfangdrohnen auf die schnellen, jetgetriebenen Shahed-Drohnen anzupassen. Lösungen sind bereits in Sicht, aber noch nicht flächendeckend im Einsatz. Doch schon bald könnte das nächste Problem auf die Flugabwehr zukommen.
Der Drohnenexperte Serhij "Flash" Beskrestnow warnte bei Radio NV: Die günstigen russischen Marschflugkörper könnten innerhalb eines Jahres auftauchen. Die Russen wüssten, dass die Ukraine bald Abfangdrohnen gegen die Jet-Shaheds haben werde – deshalb arbeiteten sie bereits an der nächsten Entwicklung.
"Dann funktionieren die neuen Abfangdrohnen nicht mehr, weil die Geschwindigkeit noch höher ist", so Beskrestnow, wie es bei "n-tv" heißt. Die kleinen, günstigen Marschflugkörper sollen eine höhere Manövrierfähigkeit besitzen und sehr tief fliegen können.
Laut dem Experten muss die Ukraine eigene, kostengünstige Abwehrraketen entwickeln, um der Bedrohung etwas entgegenzusetzen.
"Wir haben jetzt fünf Monate, vielleicht ein halbes Jahr, um solche Feststoffraketen zu entwickeln und zu bauen, die dieses Problem bekämpfen können", erklärte Beskrestnow.
Nach Geheimdienstinformationen sollen die Russen bereits eine hohe Zahl solcher Marschflugkörper in Entwicklung haben. Die Größenordnung soll mit der Zahl der Jet-Shaheds vergleichbar sein.
Zwar setzt Russland seit Jahren Marschflugkörper gegen die Ukraine ein. Dabei handelt es sich jedoch um teure Raketen, von denen bei größeren Angriffen nur wenige Dutzend abgefeuert werden. Die Ukraine kann diese mit ihren Flugabwehrsystemen oft erfolgreich abschießen. Mit den neuen Billig-Varianten wäre das deutlich schwieriger.