"Durchaus vorstellbar"

Oberst Reisner warnt jetzt alle Menschen in Europa

Militärexperte Markus Reisner warnt vor Russlands Strategie für den Winter. Vor allem die Energieversorgung der Ukraine könnte zum Ziel werden.
André Wilding
11.09.2026, 11:30
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Nicht nur an der Front entscheidet sich, wie die kommenden Monate für die Ukraine verlaufen. Militärexperte Markus Reisner sieht vor allem im bevorstehenden Winter eine große Gefahr für das Land. Russland könnte seine Angriffe auf die Energieversorgung und andere kritische Infrastruktur weiter verstärken.

Seine Einschätzung fällt deutlich aus: "Putin ist zutiefst überzeugt, die Ukraine im Winter endgültig in die Knie zu zwingen."

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An der Front gibt es derzeit kaum Bewegung. Auch die Vermittlungsversuche der USA hätten aus Reisners Sicht keine erkennbare Änderung der russischen Haltung gebracht. Er sieht "keinerlei Entgegenkommen von russischer Seite", sagt Reisner.

Kritische Infrastruktur schwer getroffen

Besonders verwundbar ist die Ukraine bei ihrer kritischen Infrastruktur. Rund 80 Prozent davon, vor allem im Bereich der Energieversorgung, sind beschädigt oder zerstört.

Genau dort sieht Reisner einen zentralen Ansatzpunkt der russischen Strategie. "Das ist der Punkt, wo Putin ansetzt", sagte Reisner. Der Kreml-Chef gehe davon aus, "dass er jetzt diesen Winter nützen kann, um die Ukraine quasi in die Knie zu zwingen".

Ukraine fehlen Abwehrraketen

Eine entscheidende Rolle spielt dabei die ukrainische Luftabwehr. Patriot-Systeme seien "das entscheidende Mittel", um sich gegen russische Raketen zu verteidigen.

Wie angespannt die Situation ist, zeigte sich bei einem russischen Angriff mit rund 60 Raketen. Die Ukraine konnte davon nur etwa die Hälfte abfangen.

Für Reisner ist genau das eine entscheidende Schwachstelle. "Das ist die Achillesferse, die Putin erkennt", stellt er klar.

Neue Drohnenbasen erhöhen den Druck

Gleichzeitig könnte Russland seine Luftangriffe in den kommenden Monaten weiter ausbauen. Neue Drohnenbasen sollen dabei eine wichtige Rolle spielen.

Reisner erwartet zudem, "dass die Russen damit die Luftkriegsführung in den nächsten Monaten noch massiv steigern werden".

Moderne Drohnen können dabei Geschwindigkeiten von bis zu 600 Kilometern pro Stunde erreichen. "Das macht es wieder extrem schwierig für die Ukraine", sagt Reisner.

Reisner warnt auch Europa

Der Militärexperte sieht die Gefahr nicht auf die Ukraine beschränkt. Auch Europa müsse mit weiteren hybriden Angriffen und Sabotage rechnen. Selbst begrenzte russische Angriffe auf die EU-Ostflanke hält Reisner für "durchaus vorstellbar".

Für die Ukraine könnte damit besonders die Luftabwehr entscheidend werden, wenn Russland seine Angriffe auf die Energieversorgung während des Winters tatsächlich weiter verstärkt.

wil,11.09.2026, 11:30