Italienische Eurofighter haben über Litauen erstmals eine russische Drohne abgeschossen. Die Kampfjets holten das Flugobjekt kurz nach Mitternacht vom Himmel. Litauens Präsident Gitanas Nauseda dankte den NATO-Einsatzkräften für ihre schnelle Reaktion.
Der ukrainische Drohnenexperte Pavlo Zvenyhorodskyj zeigt sich trotz des erfolgreichen Abschusses besorgt. Würden die Russen Hunderte Drohnen täglich Richtung NATO-Gebiet schicken, wären die Raketenbestände des Bündnisses vermutlich sehr schnell erschöpft.
"Das Risiko wäre enorm hoch, dass die bewährten Flugabwehrsysteme, die NATO-Länder nutzen, sehr bald überfordert wären", warnt der Experte, wie n-tv berichtet. Eine einzige Drohne abzufangen sei gelungen, aber die Methode sei keine adäquate Antwort auf die laufende russische Drohnenkampagne.
Das zentrale Problem: die Kosten. Wenn eine teure Abfangrakete eine Drohne für maximal 50.000 Dollar abwehrt, sei das wirtschaftlich untragbar. Die NATO verlasse sich derzeit auf teure Altsysteme wie Kampfjets.
Die richtige Antwort auf billige Angriffsdrohnen wäre laut dem Experten billige Abfangdrohnen. Die Technologie dafür sei ähnlich, viele Überschneidungen würden den Aufbau von Produktionskapazitäten erleichtern.
Mehrere ukrainische Hersteller und deutsche Drohnenproduzenten haben sich bereits darauf verständigt, ukrainische Technologien auf deutschem Boden zu produzieren. Die Ukraine habe viel Know-how im Krieg entwickelt, brauche aber die solidere deutsche Industriebasis für die Massenproduktion.
Deutschland verstärkt auch seine militärische Präsenz in der Region. Im NATO-Mitglied Litauen wird derzeit eine Panzerbrigade aufgebaut, die bis 2027 mit rund 4.800 Soldaten einsatzfähig sein soll.