"Ganz klare Terrorangriffe"

Reisner warnt im TV: "Russen verlieren jetzt die Geduld

Russland bleibt eine Gefahr für Europa und damit Österreich. In der Ukraine setzt Putin jetzt auf Terrorangriff gegen die Zivilbevölkerung.
Roman Palman
27.01.2026, 10:27
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Das Bundesheer hat am Montag sein "Risikobild 2026" präsentiert. Schon der Untertitel "Ende der Ordnung?" zeigt, dass es wenig Erfreuliches darin zu lesen gibt. Die Kurzfassung: Es sieht düster aus für Österreich und die Welt. Gleich mehrere Gefahren sollten uns laut den Landesverteidigern Sorge bereiten.

"Die unipolare Weltordnung wird immer mehr Realität", erklärt dazu Oberst Markus Reisner in der ORF-Sendung "Aktuell nach eins". Das Gebot für unser kleines Österreich sei es, in Kooperation mit anderen EU-Ländern, die eigene Sicherheit besser aufzustellen.

Russland wird laut der Analyse der Experten im Verteidigungsministerium noch auf Jahre hinaus eine Bedrohung, auch nuklear, jedoch mindestens ein "Störfaktor" sein. Wie groß ist denn momentan die Kriegsgefahr Russlands mit der EU?

Reisner: "Der Krieg hat sich verändert. Wir sehen vor allem kognitive, hybride Kriegsführung. In so einem befinden wir uns bereits." Die Angriffe in dieser "Grauzone" zwischen Frieden und klassischem Krieg mit Waffengewalt hätten sich im vergangenen Jahr weiter verstärkt. "Russland führt gegenüber Europa einen hybriden Krieg, mit allen Ausprägungen, die wir kennen."

In der Wüstenstadt Abu Dhabi finden derzeit weitere Gesprächsrunden zu einem möglichen Ende des Ukraine-Kriegs und auch das erste trilaterale Treffen zwischen den Kriegsparteien und den USA statt. In der Ukraine herrscht derweil bitterkalter Winter, den sich der Kreml jetzt zum Verbündeten machen will.

Die russische Armee setzt ihre massive Luftkampagne gegen die Energieinfrastruktur der Ukraine unbeirrt fort. Reisner sieht jedoch eine Veränderung, das Ziel ist ein anderes. Wurde früher primär versucht, der (Rüstungs-)Industrie den Saft abzudrehen, wollen trachten Putins Schergen nun danach, größtmögliches Leid unter der Zivilbevölkerung zu verursachen.

Operative Erfolge verwehrt

"Jetzt sehen wir einen Schwenk, wo es darum geht, die Bevölkerung von Wärme und Energie abzuhalten. Das kann man ganz klar unter Terrorangriffe subsummieren", konstatiert Reisner im TV. Das zeige sich ganz deutlich beim Strom.

Nur noch 30 Prozent der Energieversorgung sei einsatzbereit, "der Rest ist bereits zerstört". Für die Ukrainer bedeutet es, nur vier bis fünf Stunden Strom am Tag zu haben. Rollierende Blackouts seien inzwischen alltäglich.

Der mutmaßliche Grund für diesen Terror: "Die Russen schaffen es nicht, auf operativer Ebene vorgenommen Erfolge zu haben. Sie verlieren jetzt die Geduld und wollen Druck ausüben". Das solle vordergründig den Amerikanern signalisieren, dass eine weitere Unterstützung der Ukraine sinnlos sei.

{title && {title} } rcp, {title && {title} } Akt. 27.01.2026, 15:14, 27.01.2026, 10:27
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