Bei russischen Angriffen auf zwei Linienbusse in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind am Donnerstag mindestens 33 Menschen getötet worden. Weitere 18 wurden verletzt. Nach ukrainischen Behördenangaben traf eine russische Gleitbombe eine Straße und setzte die Busse in Brand.
Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft Donezk von zwölf Toten und einem getroffenen Bus berichtet. Wenig später wurde die Zahl der Todesopfer auf 33 korrigiert. Auf veröffentlichten Bildern sind leblose Körper, Trümmer und ausgebrannte Fahrzeuge zu sehen.
Militärgouverneur Wadym Filaschkin verurteilte die Angriffe scharf und rief die verbliebenen Bewohner der Region auf, sich in Sicherheit zu bringen. Wegen der verschlechterten Sicherheitslage wurde der öffentliche Nahverkehr in Kramatorsk und der benachbarten Stadt Slowjansk eingestellt.
Bereits in der Nacht auf Mittwoch hatte Russland die Ukraine massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen. Dabei wurden laut ukrainischen Behörden 32 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt. Zusammen mit den Todesopfern in Kramatorsk starben damit innerhalb von zwei Tagen mindestens 65 Menschen.
Besonders schwer traf es die Stadt Pryluky, wo eine russische Rakete ein mehrstöckiges Wohnhaus zerstörte. Mindestens 22 Menschen kamen ums Leben, darunter mehrere Kinder. Auch die Hauptstadt Kiew und andere ukrainische Städte wurden angegriffen.
Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj setzte Russland bei der Angriffswelle 70 Raketen ein, von denen die ukrainische Luftabwehr 39 abfangen konnte. In fünf Regionen musste wegen der Schäden an der Energieinfrastruktur teilweise der Strom abgeschaltet werden.
Die Ukraine fordert angesichts der anhaltenden Angriffe dringend zusätzliche Flugabwehrsysteme, um ihre Städte und die Zivilbevölkerung besser schützen zu können.