Mit neuen Hilfszusagen ist Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew eingetroffen. Vor allem bei Drohnen, weitreichenden Waffen und der Energieversorgung soll die Unterstützung für die Ukraine ausgebaut werden.
"Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns", sagte Merz nach seiner Ankunft mit einem Sonderzug.
In Kiew richtete sich der Kanzler direkt an Russlands Präsidenten: "Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf! Wir sind bereit zu Gesprächen, wir sind bereit, miteinander zu sprechen über das Ende dieses Krieges. Aber diese barbarischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung der Ukraine müssen aufhören."
Gemeinsam mit Präsident Wolodymyr Selenskyj besuchte Merz die Ruine der Akademie der Wissenschaften, die bei einem tödlichen Drohnenangriff getroffen worden war. Dort sprach er von "täglichen Kriegsverbrechen, die hier verübt werden".
Während des Kanzler-Besuchs wurde in Kiew wegen eines russischen Angriffs Drohnenalarm ausgelöst. Bürgermeister Vitali Klitschko meldete einen Einschlag auf der Fahrbahn der Nordbrücke. Wenige Stunden zuvor hatte das russische Außenministerium ausländische Besucher und Diplomaten aufgefordert, Kiew zu verlassen.
Nach Angaben aus Berliner Regierungskreisen soll Deutschland ein weiteres militärisches Hilfspaket von rund einer Milliarde Euro bereitstellen. Es umfasst Abstandswaffen, Kampfdrohnen und Satellitentechnik. Ein Schwerpunkt liegt auf Abfangdrohnen gegen russische Jet-Drohnen vom Typ Geran.
Weitere 350 Millionen Euro sind für Infrastruktur und Energieversorgung vorgesehen, darunter Generatoren und Umspannanlagen.
Merz erklärte, er sei nach Kiew gereist, "weil die Ukraine für die kommenden Wochen all unsere Unterstützung braucht." Mit Blick auf den bevorstehenden Winter sagte er: "Bald beginnt für die Menschen der fünfte Kriegswinter. Russland bombardiert Städte, Wohnhäuser und Heizkraftwerke."
Seine Botschaft an Selenskyj: "Auf unsere Hilfe könnt ihr weiter zählen."