Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut heftige Kritik an US-Verteidigungsminister Pete Hegseth geübt. Der Grund: Dringend benötigte Flugabwehrraketen werden nicht geliefert.
"Insbesondere warten wir seit fast einem Monat auf die Unterschrift von Herrn Hegseth bezüglich der Raketen für Patriots und Nasams", schrieb Selenskyj in den sozialen Medien. Er habe angeordnet, erneut mit der US-Seite zu sprechen.
Wie es bei n-tv heißt, haben europäische NATO-Staaten wie Deutschland die Waffen im Rahmen des sogenannten PURL-Programms bereits bezahlt. Dennoch blockiert Washington den Transfer.
Die Patriot-Systeme gelten als besonders wirksam gegen ballistische Raketen, die Russland in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine einsetzt. Ohne ausreichende Flugabwehr ist die Ukraine den russischen Angriffen weitgehend schutzlos ausgeliefert.
Unter US-Präsident Donald Trump leisten die USA keine direkte Militärhilfe mehr an die Ukraine. Stattdessen kaufen NATO-Staaten US-Waffen für Kiew im PURL-Programm - doch selbst diese bereits bezahlten Lieferungen stocken.
Selenskyj kündigte unterdessen Vorbereitungen für ein Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Ramstein im November an. Dort soll über weitere militärische Hilfe beraten werden.
Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen die russische Invasion. Der Bedarf an Flugabwehrraketen ist nach wie vor enorm.