"Sie rufen alle in Europa an"

USA drohen Europa mit Stopp der Ukraine-Hilfen

Washington droht europäischen Regierungen mit der Blockade von Waffenlieferungen für die Ukraine. Grund sind Angriffe auf russische Ölraffinerien.
12.10.2026, 11:11
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Die USA wollen die ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien stoppen und setzen dafür europäische Regierungen unter Druck. Laut "Financial Times" droht die Regierung von US-Präsident Donald Trump damit, das NATO-Waffenbeschaffungsprogramm PURL (Prioritised Ukraine Requirements List) zu blockieren.

Über dieses Programm kaufen europäische Staaten US-Waffen für die Ukraine. Die Europäer bezahlen die Waffen, sind bei deren Lieferung aber auf die USA angewiesen. Außerdem sollen die USA mit der Einstellung des Austauschs von Geheimdienstinformationen gedroht haben.

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US-Beamte rufen in Europa an

Am Samstag und Sonntag erhielten mehrere europäische Regierungsvertreter Anrufe amerikanischer Beamter oder wurden über entsprechende Kontakte informiert. Washington will erreichen, dass Europa auf Kiew einwirkt, die Angriffe auf russische Energieanlagen einzustellen. Mit diesen Attacken versucht die Ukraine, Russlands Wirtschaft und die Finanzierung des Krieges zu schwächen.

"Sie rufen in Kiew an, sie rufen alle in Europa an", schilderte ein europäischer Regierungsvertreter. Auch Selenskyjs Militärberater Pawlo Palisa wurde nach eigenen Angaben kontaktiert. Das Weiße Haus wollte die Gespräche nicht kommentieren.

Trump verkündet Waffenruhe - Kiew überrascht

Am Sonntag erklärte Trump überraschend, Russland und die Ukraine hätten einer sofortigen Waffenruhe bei Angriffen auf Energieanlagen zugestimmt.

Doch Selenskyjs Büro wusste nichts von einer entsprechenden Vereinbarung. Auch eine Zustimmung Moskaus war unklar. "Niemand hat etwas von der Waffenruhe gehört", erklärte ein hochrangiger ukrainischer Beamter.

Diesel-Deal mit Putin

Die Drohungen folgen auf einen Diesel-Deal zwischen Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin. Hunderttausende Tonnen russischer Diesel sollen auf den Weltmarkt gelangen. Dafür lockern die USA vorübergehend Sanktionen gegen Russland.

Ob Washington seine Drohung wahr macht und das PURL-Programm tatsächlich blockiert, ist noch offen.

NW, 12.10.2026, 11:11
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