US-Präsident Donald Trump hat eine sofortige Waffenruhe im Energiebereich zwischen Russland und der Ukraine verkündet. Doch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wusste nach eigenen Angaben im Vorfeld nichts von der Vereinbarung. In einem Interview mit dem US-Portal Axios erklärte er, die Ankündigung sei neu für ihn gewesen. Sollte Trump die Vereinbarung mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgehandelt haben, sei Kiew bereit, sie zu akzeptieren.
"Wenn Präsident Trump das mit Putin ausgehandelt hat – sagen Sie uns bitte, wann die Waffenruhe beginnt – wir sind bereit und werden sie akzeptieren", zitierte Axios Selenskyj. Trump hatte seine Ankündigung zuvor in sozialen Medien veröffentlicht. Einzelheiten nannte er nicht. Eine Bestätigung aus Kiew oder Moskau lag zunächst nicht vor.
Bereits zuvor hatte Selenskyj erklärt, die Ukraine könne ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien einstellen, wenn Russland im Gegenzug die ukrainische Energieinfrastruktur verschone. Jeder Schritt zur Deeskalation müsse auf Gegenseitigkeit beruhen und mit verlässlichen Garantien verbunden sein. Trump hatte einen Stopp der ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien gefordert und sich zugleich für eine Ablösung Selenskyjs ausgesprochen.
Auch bei möglichen Wahlen in der Ukraine stellt der Präsident eine Bedingung. In einem Interview mit dem US-Sender ABC erklärte er sich bereit, Wahlen abzuhalten, wenn Russland zuvor eine vollständige Waffenruhe für 60 Tage einhalte. "Geben Sie uns zwei Monate, 60 Tage eines vollständigen Waffenstillstands – 60 Tage –, und wir werden Wahlen organisieren", sagte Selenskyj.
Unterdessen wurden weitere Angriffe gemeldet. Nach russischen Angaben kamen bei einem ukrainischen Angriff auf die von Russland kontrollierte Stadt Lyssytschansk in der Region Luhansk zwei Menschen ums Leben. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Auch der russische Technologie- und KI-Konzern Yandex meldete erneut einen Drohnenangriff auf eigene Infrastruktur. Nach Unternehmensangaben wurde ein Rechenzentrum in der Region Wladimir beschädigt und vollständig abgeschaltet. Menschen seien nicht verletzt worden, einige Dienste seien vorübergehend nicht verfügbar. Bereits am Donnerstag und Freitag hatte Yandex Angriffe auf weitere Rechenzentren gemeldet.
In Deutschland forderte das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) unterdessen eine Rückkehr zu russischen Energielieferungen. Die stellvertretende BSW-Fraktionsvorsitzende in Sachsen-Anhalt, Claudia Wittig, verlangte einen "Diesel-Deal" nach dem Vorbild der von Trump angekündigten Vereinbarung.
Auch russisches Öl und Gas sollten wieder regulär geliefert werden, argumentierte sie. Über einen entsprechenden Vorstoß von AfD und BSW soll der Landtag in Magdeburg am Mittwoch abstimmen. Für die Außen- und Energiepolitik sind die Bundesländer allerdings nicht zuständig.