Der Anzug sitzt, die Schuhe glänzen und vor dem Spiegel wird noch schnell die Krawatte zurechtgezupft. Doch was auf den ersten Blick elegant aussieht, kann bei genauerem Hinsehen einen entscheidenden Schönheitsfehler haben: Die Krawatte hängt viel zu tief.
Dass selbst mächtige Männer davor nicht gefeit sind, beweist Donald Trump. Seine auffällig roten Krawatten sind längst zu seinem Markenzeichen geworden. Allerdings reichen sie häufig deutlich über den Gürtel hinaus – und genau das gilt unter Stilprofis als klassischer Mode-Fauxpas.
Eine Krawatte ist heute längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Gerade deshalb fällt sie umso stärker auf, wenn sich jemand bewusst dafür entscheidet: "Heutzutage ist sie eher ein Statement-Stück als fixer Bestandteil vom klassischen Business-Outfit", erklärt Modeberaterin Sharon Jost gegenüber "20 Minuten".
Ob ein Auftritt elegant, modern oder eher nachlässig wirkt, hängt dabei nicht unbedingt von der Farbe ab. Oft entscheiden wenige Zentimeter über den Gesamteindruck. Die wichtigste Regel: Die Krawattenspitze sollte knapp oberhalb der Gürtelschnalle beziehungsweise auf Höhe des Hosenbundes enden. Hängt sie deutlich tiefer, wirkt der Look schnell unausgewogen. Ist sie zu kurz, sieht das ebenfalls ungeschickt aus. Gerade Trump, der gerne auf besonders lange rote Krawatten setzt, liefert dafür ein prominentes Beispiel.
Doch nicht nur die Länge zählt. Auch die Breite sollte zum restlichen Outfit passen. Schmale Krawatten wirken meist etwas jugendlicher und moderner. Breitere Modelle vermitteln dagegen einen klassischen, förmlicheren Eindruck. Welche Variante besser aussieht, hängt vor allem von der Statur und vom Sakko ab.
Wer schmal gebaut ist und ein schmales Revers trägt, greift am besten zu einer entsprechend schlanken Krawatte. Bei einer kräftigeren Figur und breiteren Revers kann ein breiteres Modell harmonischer wirken. Ist die Krawatte im Verhältnis zum Körper viel zu breit, zieht sie die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Ist sie zu schmal, kann sie optisch untergehen.
Auch ein teures Modell hilft wenig, wenn der Knoten schief sitzt oder locker herunterhängt. Laut Jost sollte die Knotengröße vor allem zum Hemdkragen passen. Ein breiter Kragen verträgt einen voluminöseren Knoten, während zu einem schmalen Kragen meist eine kleinere, schlichtere Variante besser aussieht.
Wer selten eine Krawatte trägt, sollte das Binden deshalb nicht erst unmittelbar vor einem wichtigen Termin ausprobieren. Ein sauberer, symmetrischer Knoten macht schließlich mehr her als eine komplizierte Technik, die am Ende nicht richtig sitzt.
Und dann wäre da noch die Farbe. Rot gilt seit Langem als typische "Power-Krawatte" und wird gerne mit Stärke und Durchsetzungsvermögen verbunden. Doch diese Wirkung ist keineswegs eindeutig. Psychologe Sal Raichbach erklärte gegenüber der "HuffPost", dass Rot eher Aufmerksamkeit einfordere, als automatisch Vertrauen oder Selbstbewusstsein zu vermitteln.
Auffällige Farben und Muster können ein Outfit lebendiger machen, während dezente Töne oft seriöser wirken. Entscheidend ist allerdings immer, ob Hemd, Sakko und Krawatte zusammenpassen.