Die nächste Corona-Welle rollt an: In Österreich steigt die Aktivität von SARS-CoV-2 derzeit deutlich an. "Die Welle beginnt jetzt, das können wir schon sagen", erklärt MedUni-Wien-Virologin Monika Redlberger Fritz gegenüber "Heute".
„Klar der Beginn der Covid-Welle.“
Im Sentinel-Netzwerk liegt die Positivrate aktuell bei zehn Prozent. Für die Virologin ist das ein klares Signal: "Das ist klar der Beginn der Covid-Welle."
Den Großteil des Infektionsgeschehens machen derzeit zwar Rhinoviren aus. Sie wurden bei 67 Prozent der untersuchten Proben nachgewiesen. Doch auch SARS-CoV-2 und Enteroviren treten wieder deutlich häufiger auf – jeweils mit einer Detektionsrate von zehn Prozent. Andere Viren wurden nur in Einzelfällen festgestellt.
Virologin Judith Aberle bestätigt die Entwicklung. Auf Bluesky spricht sie von einem "der Jahreszeit entsprechend deutlichen Anstieg der Virusaktivität in Österreich". Aberle erwartet einen weiteren Anstieg der Virusaktivität in den kommenden Wochen.
Damit zeichnet sich ein für den Herbst typisches Bild ab: Mehrere Atemwegsviren sind gleichzeitig unterwegs – und Corona gewinnt dabei wieder an Bedeutung.
Welche Corona-Variante derzeit genau für die österreichischen Fälle verantwortlich ist, lässt sich noch nicht sicher sagen. Zuletzt war allerdings XFG dominant.
Die rekombinante SARS-CoV-2-Linie trägt den Spitznamen "Frankenstein". Der Name spielt auf ihre Entstehung an: XFG enthält Erbgut-Abschnitte aus unterschiedlichen Viruslinien. Vereinfacht gesagt wurde dabei genetisches Material verschiedener Linien miteinander kombiniert – ähnlich dem Zusammensetzen unterschiedlicher Teile in der Frankenstein-Geschichte.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt XFG als "Variant under Monitoring". Zuletzt war sie zugleich die weltweit am häufigsten sequenzierte Corona-Linie.