Zahnbürste nass machen, Zahnpasta drauf und los geht’s. Zwei Minuten später wird ausgespuckt – und anschließend noch schnell mit einem kräftigen Schluck Wasser nachgespült. Schließlich soll der ganze Schaum ja aus dem Mund verschwinden. Doch dieser letzte Handgriff ist allerdings keine besonders gute Idee.
Der entscheidende Grund dafür steckt in der Zahnpasta: Fluorid. Der Wirkstoff hilft dabei, den Zahnschmelz widerstandsfähiger zu machen, unterstützt die Einlagerung von Mineralstoffen und spielt damit eine wichtige Rolle beim Schutz vor Karies. Spülst du deinen Mund unmittelbar nach dem Putzen gründlich mit Wasser aus, entfernst du einen Teil des Fluorids wieder von den Zähnen. Bleibt dagegen eine geringe Menge Zahnpasta zurück, kann das Fluorid länger auf der Zahnoberfläche wirken.
Was sich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig anhört, geht noch einen Schritt weiter. Der verbliebene Zahnpastaschaum kann bewusst durch die Zahnzwischenräume gedrückt werden. Gerade dort kommt die Zahnbürste schließlich nicht immer optimal hin. Auf diese Weise soll auch an schwer erreichbaren Stellen möglichst viel Fluorid ankommen.
Du musst also nicht mit einem Mund voller Schaum ins Bett gehen. Überschüssige Zahnpasta wird ganz normal ausgespuckt – nur der Griff zum Wasserglas bleibt danach aus.
Wie viel Zahnpasta, wie lange putzen und was danach? Selbst eine so alltägliche Tätigkeit beschäftigt die Wissenschaft. In einer 2010 veröffentlichten Studie mit 106 Teilnehmern wurde über zwei Jahre eine bestimmte Putzroutine untersucht. Dabei verwendeten die Probanden rund zwei Zentimeter Zahnpasta und putzten zwei Minuten lang.
Anschließend wurde der entstandene Schaum noch etwa 30 Sekunden im Mund verteilt, danach ausgespuckt – ohne mit Wasser nachzuspülen. Die untersuchte Methode erwies sich in der Studie als kariespräventiv. Empfohlen wurde außerdem, nach dem Putzen möglichst zwei Stunden lang nichts zu essen.
Auch hier ist der Zeitpunkt entscheidend: Wer direkt nach dem Zähneputzen eine Mundspülung verwendet, kann damit ebenfalls das konzentrierte Fluorid der Zahnpasta von den Zähnen spülen. Wer auf Mundwasser nicht verzichten möchte, sollte laut dem vorliegenden Rat zumindest auf eine fluoridhaltige Variante achten.
Anders sieht es aus, wenn gerade keine Zahnbürste zur Hand ist: Nach dem Essen mit klarem Wasser den Mund auszuspülen, kann durchaus sinnvoll sein, um Speisereste zu entfernen. Auch vor dem Zähneputzen kann Wasser dafür verwendet werden.