140 voll beladene Lkw - so viel wiegt jene Menge an Lebensmitteln, die in Österreich rechnerisch jeden einzelnen Tag verschwendet wird. Insgesamt sind es mehr als 3.000 Tonnen täglich und mehr als 1,2 Millionen Tonnen im Jahr.
Darauf macht der WWF anlässlich des Internationalen Tags gegen Lebensmittelverschwendung am 29. September aufmerksam. Hinter den enormen Mengen stecken nicht nur weggeworfene Lebensmittel.
"Mit jedem weggeworfenen Lebensmittel verschwenden wir auch wertvollen Boden, Wasser, Energie und die Arbeit vieler Menschen. Die Politik muss dafür sorgen, dass die Verschwendung vom Feld bis zum Teller wirksam sinkt", sagt WWF-Expertin Julia Haslinger.
Mehr als die Hälfte der gesamten Verschwendung entfällt auf private Haushalte. Rund 685.000 Tonnen Lebensmittel landen dort pro Jahr im Müll. Auf einen einzelnen Tag heruntergerechnet sind das knapp 1.900 Tonnen.
Weitere rund 570.000 Tonnen gehen jährlich in Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Außer-Haus-Verpflegung verloren oder werden weggeworfen.
Besonders häufig landen in den eigenen vier Wänden Obst und Gemüse sowie Brot und Backwaren im Mistkübel. Fleisch, Fisch und Wurst werden zwar in kleineren Mengen entsorgt, aufgrund der höheren Preise kann das aber finanziell stärker ins Gewicht fallen.
Die Gründe liegen laut WWF unter anderem im Alltag: Lebensmittel werden nicht rechtzeitig verbraucht oder falsch gelagert. Teilweise wird auch schlicht mehr eingekauft, als tatsächlich benötigt wird.
Das kann sich direkt im Geldbörsel bemerkbar machen. "Mit jedem weggeworfenen Lebensmittel landet auch bares Geld im Müll. Weniger Verschwendung entlastet die Haushaltskasse und schützt Natur und Klima", sagt Haslinger.
Die Umweltschutzorganisation fordert verbindliche Ziele zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Versorgungskette. Dazu sollen klare Zuständigkeiten und überprüfbare Zwischenziele kommen. Lebensmittelabfälle sollen zudem transparent erfasst und Fortschritte regelmäßig dokumentiert werden.
Auch Lebensmittelspenden sollen nach den Vorstellungen des WWF erleichtert werden. Gefordert werden klare Haftungsregeln für Unternehmen und soziale Organisationen, steuerliche Anreize sowie mehr Mittel für die Übernahme und Verteilung gespendeter Lebensmittel.
"Lebensmittelspenden retten wertvolle Lebensmittel und entlasten Menschen, die finanziell unter Druck stehen. Die Politik muss rechtliche Hürden abbauen und soziale Organisationen bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen", sagt Haslinger.
Darüber hinaus will der WWF die Vermeidung von Lebensmittelabfällen stärker in Schulen und Fachausbildungen verankern.
"Wir müssen vor allem die Ursachen der Verschwendung angehen. Die Bundesregierung muss dafür klare Regeln schaffen und die gesamte Versorgungskette in die Pflicht nehmen", fordert Haslinger.