Ein Fisch ohne Wasser? Für den Afrikanischen Raubwels muss das nicht sofort tödlich enden. Der erstaunliche Überlebenskünstler kann atmosphärische Luft atmen und sogar eine Zeit lang über Land gelangen.
Normalerweise ist für einen Fisch Schluss mit lustig, sobald er auf dem Trockenen liegt. Nicht so beim Afrikanischen Raubwels (Clarias gariepinus). Der kräftige Süßwasserfisch besitzt zusätzlich zu seinen Kiemen ein spezielles Luftatmungsorgan, mit dem er Sauerstoff direkt aus der Luft aufnehmen kann. Dadurch kann er auch in extrem sauerstoffarmen Tümpeln überleben – und unter günstigen, vor allem feuchten Bedingungen sogar längere Zeit außerhalb des Wassers ausharren.
Noch kurioser: Der Raubwels kann sich tatsächlich über Land bewegen. Mit schlängelnden Körperbewegungen und seinen kräftigen Brustflossen arbeitet er sich über feuchten Untergrund vorwärts. Auf diese Weise können die Tiere beispielsweise bei ungünstigen Bedingungen versuchen, ein austrocknendes Gewässer zu verlassen und ein anderes zu erreichen. Seine Fähigkeit zur Luftatmung verschafft ihm dabei einen entscheidenden Vorteil.
Der Afrikanische Raubwels stammt ursprünglich aus Afrika und Teilen des Nahen Ostens und kann zu einem beeindruckenden Brocken heranwachsen. Exemplare erreichen weit über einen Meter Körperlänge. Bei seiner Nahrung ist der Räuber wenig zimperlich: Fische, Krebstiere, Insekten und andere verfügbare Beute stehen auf seinem Speiseplan.
Ganz ohne Wasser leben kann allerdings auch dieser außergewöhnliche Fisch nicht dauerhaft. Entscheidend ist, dass seine Haut und seine Luftatmungsorgane nicht austrocknen. Wie lange ein Tier außerhalb des Wassers überlebt, hängt deshalb stark von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und den jeweiligen Bedingungen ab.
Seine Anpassungsfähigkeit macht den Afrikanischen Raubwels dennoch zu einem der erstaunlichsten Überlebenskünstler unter den Fischen: Wo andere Arten bei Sauerstoffmangel längst Probleme bekommen, holt er sich seinen Sauerstoff kurzerhand aus der Luft.