Tierisches Drama

Trauriges Rätsel: Hunderte Walkinder sterben hier

Rätselhaftes Walsterben in Patagonien: Hunderte Walkälber verenden, Experten vermuten bakterielle Infektion als Ursache.
Heute Tierisch
25.09.2026, 08:39
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Im Süden von Argentinien sind in den letzten Wochen hunderte Walkälber verendet. Der Meeresbiologe Mariano Coscarella vom argentinischen Forschungsinstitut CONICET hat am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP als wahrscheinlichen Grund für das rätselhafte Walsterben in Patagonien eine bakterielle Infektion genannt. Laut Coscarella "scheint es sich um eine natürliche Ursache zu handeln". Den Einfluss menschlicher Aktivitäten schließt er aber "nicht gänzlich" aus.

Tierärzte haben laut dem Forscher herausgefunden, dass der Tod der Walkälber wahrscheinlich auf Wundrose, medizinisch Erysipel, zurückzuführen ist. Das ist eine ernste bakterielle Hautinfektion, die Schmerzen und Fieber verursachen kann. Die Sterblichkeitsrate unter den Walkälbern sei "in dieser Saison besonders hoch", sagt Coscarella, der in Puerto Madryn arbeitet – einem wichtigen Zentrum für Walbeobachtung an der Atlantikküste.

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Ein Bakterium?

Auch diese Woche sind wieder dutzende Jungtiere des Südlichen Glattwals tot an die Strände der südargentinischen Provinz Chubut gespült worden. Schon im Juni waren die Forscher wegen erster Fälle alarmiert und befürchteten, dass das Walsterben weitergehen könnte. Die Regionalregierung von Chubut teilte am Mittwoch mit, dass sie eng mit den Wissenschaftern zusammenarbeitet, um das Rätsel um das anhaltende Walsterben zu lösen. Ersten Untersuchungen zufolge ist die Ursache ein "weit verbreitetes Meeresbakterium".

Puerto Madryn und die nahe gelegene Halbinsel Valdés sind ein wichtiges Fortpflanzungsgebiet für Südliche Glattwale. Diese Meeressäuger werden bis zu 17 Meter lang und wiegen im Schnitt 40 Tonnen – ungefähr so viel wie vier Elefanten. Im vergangenen Jahr wurden in dem Gebiet 2.110 Wale gezählt – so viele wie noch nie. Darunter waren 800 Kälber.

Heuer haben die Behörden laut Coscarella dagegen nur 1.375 Wale gezählt, darunter fast 400 Kälber. Die Walpopulation der Region sieht der Forscher durch die jüngsten Todesfälle aber nicht gefährdet. Angesichts der durchschnittlichen Lebenserwartung des Südlichen Glattwals von gut 60 Jahren seien die Todesfälle "keine mittelfristige Gefahr". (APA/DPA)

red,Akt. 25.09.2026, 08:56, 25.09.2026, 08:39