Tierische Infektion ums Eck

Vier Menschen krank – Tiere können Q-Fieber übertragen

Q-Fieber gehört zu den Zoonosen – und für eine Ansteckung muss man einem infizierten Tier nicht einmal besonders nahekommen.
Heute Tierisch
24.09.2026, 12:05
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Vier bestätigte Fälle einer seltenen Tierkrankheit sorgen derzeit im deutschen Zollernalbkreis für Aufmerksamkeit. Q-Fieber gehört zu den Zoonosen – und für eine Ansteckung muss man einem infizierten Tier nicht einmal besonders nahekommen.

In der Gemeinde Rangendingen in Baden-Württemberg sind vier Menschen nachweislich an Q-Fieber erkrankt. Mehrere Patienten hatten zunächst starke Lungenbeschwerden entwickelt. Nachdem Ende vergangener Woche der erste Fall bestätigt worden war, kamen bis Mittwoch drei weitere hinzu. Das zuständige Veterinäramt untersucht nun, ob infizierte Tiere in der Umgebung die Quelle des Ausbruchs sein könnten.

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Schafe, Ziegen und Rinder können Erreger ausscheiden

Verursacht wird Q-Fieber durch das Bakterium Coxiella burnetii. Zu den wichtigsten tierischen Wirten zählen Schafe, Ziegen und Rinder. Tückisch daran: Infizierte Tiere wirken häufig völlig gesund. Trotzdem können sie den Erreger ausscheiden. Besonders große Mengen der Bakterien können bei der Geburt beziehungsweise beim Ablammen oder Abkalben über Plazenta, Fruchtwasser und andere Geburtsprodukte in die Umwelt gelangen. Auch Milch, Kot und Urin können den Erreger enthalten.

Atmen in der Nähe reicht schon

Für eine Ansteckung muss der Mensch das Tier jedoch nicht streicheln oder direkt mit ihm in Kontakt kommen. Der wichtigste Infektionsweg ist das Einatmen. Gelangen die Bakterien etwa in Stallstaub, Stroh, Heu oder Wolle, können sie aufgewirbelt und als winzige Partikel eingeatmet werden. Coxiella burnetii ist ausgesprochen widerstandsfähig und kann lange in der Umwelt überleben. Wind kann kontaminierten Staub zudem von seinem Ursprungsort wegtragen. Trockenes Wetter kann eine solche Verbreitung begünstigen.

Q-Fieber verläuft meist mild, kann in seltenen Fällen aber lebensbedrohlich werden. Besonders gefährdet sind Menschen mit Herzklappenerkrankungen, Gefäßprothesen, geschwächtem Immunsystem sowie Schwangere.

Genau das unterscheidet Q-Fieber von vielen anderen Zoonosen: Direkter Tierkontakt ist für eine Infektion nicht zwingend notwendig. Ein besonderes Risiko besteht zwar für Menschen, die beruflich eng mit Schafen, Ziegen oder Rindern arbeiten – etwa Landwirte oder Tierärzte. Doch theoretisch können auch Menschen erkranken, die kontaminierten Staub einatmen. Das ECDC bezeichnet die Übertragung über die Luft als den wichtigsten Infektionsweg.

Folgende Beschwerden abklären

Nach einer Inkubationszeit von meist zwei bis drei Wochen bleibt eine Infektion bei vielen Menschen unbemerkt. Treten Beschwerden auf, sind unter anderem plötzliches hohes Fieber, Schüttelfrost, starke Kopf- und Muskelschmerzen sowie Entzündungen der Lunge oder Leber möglich. In seltenen Fällen kann die Erkrankung chronisch werden und beispielsweise die Herzklappen betreffen.

Schwangere sind besonders gefährdet

Besondere Vorsicht gilt für Schwangere sowie Menschen mit bestimmten Herzklappenerkrankungen. Bei einer Infektion während der Schwangerschaft können schwere Komplikationen auftreten. Die Behörden empfehlen Schwangeren in Rangendingen deshalb vorsorglich eine Blutuntersuchung.

Eine gewöhnliche Übertragung von Mensch zu Mensch spielt dagegen praktisch keine Rolle. Erkrankte müssen deshalb normalerweise nicht isoliert werden. Im aktuellen Fall versuchen die Behörden nun herauszufinden, ob sich tatsächlich eine tierische Infektionsquelle in der Umgebung befindet.

red,24.09.2026, 12:05