Die Quaggamuschel ist schon länger bekannt, aber auch die asiatische Körbchenmuschel und der Dämonenflohkrebs breiten sich immer schneller aus und machen den Gewässerökologen ordentlich Sorgen. Benjamin Berntatz vom Kärntner Institut für Seenforschung erklärt, dass mit der Ausbreitung dieser neuen Arten – den sogenannten Neozoen – mehrere Gefahren verbunden sind. Wie orf.at berichtet, verdrängen diese Tiere die heimischen Arten, weil sie in so großer Zahl auftreten und um Futter und Lebensraum konkurrieren.
Berntatz sagt dazu: "Weil sie in so hohen Zahlen auftreten, dass sie mit den heimischen Arten in Konkurrenz treten um Nahrung, um Habitat und einfach die heimischen Arten verdrängen. Dann können die Neozoen aber ganze Ökosysteme verändern, indem sie dort zum Beispiel in die Nahrungsnetze eingreifen, Stichwort Quaggamuschel. Oder wie die grob gerippte Körbchenmuschel, die das Wasser filtrieren und dann Nahrung aus dem Wasser entnehmen, das andere Organismen wie zum Beispiel Fische, die Reinanke zum Beispiel, brauchen."
Aber nicht nur das: Die eingeschleppten Arten können auch Krankheiten übertragen oder Schäden an der Infrastruktur verursachen. Muscheln heften sich etwa an Badestege oder Wasserrohre, diese müssen dann immer wieder gereinigt werden. Seit der Jahrtausendwende nimmt die Zahl solcher eingeschleppten Arten stetig zu. In allen größeren Seen und auch an der Drau wurden bereits fremde Arten gefunden.
Wie rasant diese Ausbreitung abläuft, zeigt das Beispiel des Dämonen- beziehungsweise Höckerflohkrebses. Dieser stammt ursprünglich aus dem Kaspischen Meer und hat sich über den Schiffsverkehr in Europa stark verbreitet. Berntatz dazu: "Der ist zuerst 2022 im Ossiacher See aufgetaucht, kurz darauf in der Drau bei Lavamünd und ist jetzt, also nur vier Jahre später, in der ganzen Drau über den Ossiacher Seebach bis in den Ossiacher See am ganzen Ufer verbreitet." Damit gefährdet er die heimischen Flohkrebse, die er auch selbst frisst.
Am Mittwochabend wird im Kärntner Landesarchiv zum 50-jährigen Jubiläum der Kärntner Seenforschung über die Folgen für die Ökosysteme diskutiert. Mit dabei sind Experten vom Umweltbundesamt und aus dem Naturschutz. Der Eintritt ist frei, los geht’s um 17 Uhr. Die Vorträge: Werner Petutschnig spricht über "Flusskrebse in Kärnten", Clemens Ratschan über "Der Huchen in Österreich" und Benjamin Berntatz über "Neozoa in Kärnten".