Im Tiergarten Schönbrunn ist der Flamingo-Kindergarten eröffnet: Gleich 16 Küken sind bei den Rosa Flamingos geschlüpft, die ersten bereits Ende August. Von der berühmten Farbe ihrer Eltern fehlt allerdings noch jede Spur. Statt in Rosa präsentieren sich die Kleinen in einem flauschigen Grau – und das hat in der Natur einen triftigen Grund.
"Das unscheinbare Dunenkleid bietet ihnen in den lehmigen Bruthügeln eine ideale Tarnung und schützt sie damit optimalerweise vor Feinden", erklärt Kurator Dr. Folko Balfanz. Erst mit etwa drei Jahren färbt sich das Gefieder langsam rosa. Verantwortlich dafür sind Carotinoide, natürliche Farbstoffe in kleinen Krebsen und Algen, die Flamingos aus dem Wasser filtern.
Besonders herzig: Die älteren Küken haben ihre Nester bereits verlassen und sich zu einer kleinen Gruppe zusammengeschlossen. "Sie haben sich zu einer Art Kindergarten zusammengefunden", erzählt Tierpfleger Dominik Eigenbauer. Erwachsene Flamingos behalten die Rasselbande dabei stets im Auge.
Ihre Eltern kommen regelmäßig vorbei, um die Kleinen mit nährstoffreicher Kropfmilch zu füttern. Und obwohl sich für menschliche Augen ein graues Küken kaum vom anderen unterscheiden lässt, herrscht bei Mama und Papa keine Verwechslungsgefahr: Flamingo-Eltern erkennen ihr eigenes Jungtier an seinem ganz persönlichen Ruf.
Bis aus den grauen Winzlingen die typischen rosafarbenen Schönheiten werden, dauert es also noch eine Weile. Niedlich anzusehen ist Schönbrunns derzeit wohl flauschigster Kindergarten aber schon jetzt.