Ein mobiles Radargerät sorgt in Salzburg für Aufruhr. Der Blitzer steckt in einem zivilen Pkw, wechselt regelmäßig seinen Standort und ist für Autofahrer nur schwer zu erkennen.
Die Stadt hatte das Gerät Anfang des Jahres angeschafft. Seit März ist es im Einsatz. Die Bilanz nach wenigen Monaten fällt deutlich aus. Bis Juni wurden damit bereits 6.500 Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert, das berichtet der ORF.
Für die Stadt bedeutete das Einnahmen von rund 200.000 Euro. Damit hat der mobile Blitzer innerhalb kurzer Zeit fast viermal so viel eingebracht, wie seine Anschaffung ursprünglich gekostet hatte.
Genau daran entzündet sich nun Kritik. Die Salzburger FPÖ wirft laut ORF der Stadt "Abzocke" vor. Ein FPÖ-Gemeinderat ging sogar noch einen Schritt weiter und veröffentlichte die jeweiligen Standorte des versteckten Radars in sozialen Medien.
ÖVP-Vizebürgermeister Christoph Brandstätter sieht darin einen Anschlag auf die Verkehrssicherheit. Er verweist zudem darauf, dass die Freiheitlichen selbst für mehr Geschwindigkeitskontrollen eingetreten seien.
Die FPÖ hält dagegen. Ein verstecktes Radar würde Autofahrer nicht davon abhalten, zu schnell zu fahren. Nach Ansicht der Freiheitlichen diene es in erster Linie dazu, Einnahmen zu erzielen.
Der blaue Klubobmann Paul Dürnberger meint, wer den Autoverkehr tatsächlich bremsen wolle, müsse sichtbare Radarkästen aufstellen. Als Beispiel nennt Dürnberger Wien, wo Geschwindigkeitskontrollen oftmals gut sichtbar angekündigt würden.
Salzburgs Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) will die Veröffentlichung der Radarstandorte nicht einfach hinnehmen. Er kündigte rechtliche Konsequenzen an. Die Online-Warnungen würden der Stadt schaden und dem Eid eines angelobten Gemeinderats widersprechen.
Mittlerweile hat die FPÖ die entsprechenden Beiträge freiwillig wieder entfernt. Die Freiheitlichen erklärten auf ORF-Anfrage, man wolle nicht den Eindruck erwecken, Raser zu unterstützen.