Wer Kaffee liebt, aber kein Koffein verträgt, muss bisher auf entkoffeinierten Kaffee zurückgreifen. Dieser wird üblicherweise schon vor dem Rösten behandelt.
Australische Forscher haben nun eine neue Methode entwickelt, die erst beim fertigen Getränk ansetzt.
Wissenschaftler der University of New South Wales (UNSW) in Sydney haben eine spezielle Membran aus Graphenoxid hergestellt. Graphenoxid besteht aus hauchdünnen Kohlenstoffschichten. Zwischen diesen Schichten entstehen winzige Kanäle, durch die Wasser und gelöste Stoffe wandern können.
Wie scinexx berichtet, haben die Forscher diese Membran so verändert, dass sie Koffein bevorzugt durchlässt. Dafür kombinierten sie die Graphenoxid-Schichten mit Natriumalginat und Calcium-Ionen. Diese Zusätze verändern die winzigen Kanäle und bestimmen so, welche Moleküle passieren können.
Im entscheidenden Labortest sank die Koffeinkonzentration um 47,4 Prozent. Gleichzeitig blieben andere wichtige Kaffeestoffe wie Trigonellin und N-Methylpyridinium erhalten. Ob auch Aroma und Geschmack unverändert bleiben, muss noch getestet werden.
Bis zu einer praktischen Anwendung ist es allerdings noch ein weiter Weg. Kaffeebestandteile lagerten sich während der Filtration auf der Membran ab und bremsten den Wasserfluss.
Fragen zur Reinigung, Wiederverwendung und zu den Kosten müssen noch geklärt werden.
Der Vorteil der neuen Methode: Man könnte seinen Kaffee erst nach dem Brühen entkoffeinieren - und selbst entscheiden, wie viel Koffein man haben möchte. Für Kaffeeliebhaber mit Koffeinunverträglichkeit könnte das in Zukunft eine interessante Option sein.