Tierische Lösung

Genial! Bienen werden zu Leibwächter gegen Elefanten

In Malawi helfen Bienenvölker dabei, Elefanten von Dörfern und Feldern fernzuhalten und sichern gleichzeitig den Menschen ein zusätzliches Einkommen.
Heute Tierisch
24.09.2026, 13:23
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Ein paar Bienen gegen einen mehrere Tonnen schweren Elefanten? Was zunächst nach einem ziemlich unfairen Duell klingt, funktioniert erstaunlich gut. In Malawi helfen Bienenvölker dabei, Elefanten von Dörfern und Feldern fernzuhalten – und sichern gleichzeitig den Menschen ein zusätzliches Einkommen.

Am Rand des rund 2.300 Quadratkilometer großen Kasungu-Nationalparks in Malawi treffen zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite leben Elefanten, die ständig auf der Suche nach Wasser und Nahrung sind. Auf der anderen Seite versuchen Familien, auf ihren Feldern genug für ihren Lebensunterhalt anzubauen. Kommen die Dickhäuter den Dörfern zu nahe, können innerhalb kürzester Zeit ganze Ernten zerstört werden.

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Lange versuchten Bewohner wie Christine Banda deshalb, die Tiere mit Feuer, Lärm und dem Schlagen auf Töpfe zu vertreiben. Dann bekam sie ungewöhnliche Helfer: Bienen.

Bienen VS. Elefanten

So mächtig Elefanten auch wirken, einige Körperstellen sind äußerst empfindlich – insbesondere die Haut rund um die Augen und der weiche Rüssel. Bienenstiche können dort ausgesprochen unangenehm sein. Elefanten lernen aus solchen Erfahrungen und meiden Orte, an denen ihnen die kleinen Insekten gefährlich werden können.

Das Prinzip der sogenannten Bienenstock-Zäune ist verblüffend einfach: Die Bienenstöcke werden entlang gefährdeter Bereiche aufgehängt und miteinander verbunden. Berührt ein Elefant die Konstruktion, beginnen die Kästen zu schwingen. Die aufgeschreckten Bienen schwärmen aus – und der Elefant tritt in der Regel lieber den Rückzug an.

Für Banda waren die Bienenstöcke zunächst vor allem ein Schutz vor nächtlichen Elefantenbesuchen. Inzwischen gibt es zusätzlich einen Zaun am Dorf. Die Bienen aber sind geblieben – und haben eine völlig neue Aufgabe bekommen.

Aus Elefantenschutz wird Honig

Banda versucht sich mittlerweile als Imkerin. Denn die Bienenvölker können nicht nur Felder schützen und Pflanzen bestäuben, sondern mit ihrem Honig auch Einkommen bringen. Professionelle Imker zeigen den Menschen rund um den Nationalpark, wie Bienenvölker richtig betreut und Honig möglichst schonend geerntet werden.

Das ist in der Region besonders wichtig. Dürren und ausbleibende Regenfälle erschweren die Landwirtschaft, während es gleichzeitig kaum andere Arbeitsmöglichkeiten gibt. Manche Menschen greifen deshalb auf die Ressourcen des Nationalparks zurück, schlagen Holz für Brennstoff und Holzkohle oder wildern Tiere.

Genau hier soll die Imkerei einen Ausweg bieten: Wer mit Honig Geld verdienen kann, ist weniger darauf angewiesen, Wildtiere zu jagen oder Ressourcen aus dem Schutzgebiet zu holen. Allerdings braucht es Geduld. Bis mit der Imkerei nennenswerte Einnahmen erzielt werden können, kann laut Imker Charles Simuhango rund ein Jahr vergehen.

Kleine Insekten mit großer Wirkung

Auch innerhalb des Kasungu-Nationalparks wurden inzwischen Bienenstöcke aufgestellt. Erfahrene Imker aus den umliegenden Gemeinden dürfen sie gemeinsam mit Rangern betreuen und den Honig ernten. Ziel ist ein hochwertiges Produkt, das sich entsprechend häufig verkaufen lässt. Für Christine Banda hat sich der Einsatz bereits ausgezahlt. Dank der Bienen könne ihre Familie inzwischen ausreichend Lebensmittel kaufen und sogar einige Hühner halten.

So entsteht aus einem uralten Konflikt zwischen Mensch und Wildtier eine erstaunlich einfache Idee: Die kleinsten Helfer sorgen dafür, dass die größten Landtiere der Erde auf Abstand bleiben – und geben den Menschen gleichzeitig eine Perspektive, von der am Ende auch die Elefanten profitieren können.

red,24.09.2026, 13:23