Da vor einigen Tagen ein junger Elefantenbulle in der Brunft für den Tod eines Campers im UNESCO-Weltkulturerbe, dem Khao Yai Nationalpark verantwortlich war, wollen Behörden jetzt die Sicherheitsmaßnahmen für Touristen verschärfen.
Die Betreiber des Nationalparks gehen davon aus, dass sich der aggressive Jungbulle zurzeit in der Brunft befindet und hormongesteuert durch den Park trampelt. Innerhalb der letzten zwei Jahre mussten drei Menschen bereits ihr Leben lassen, als sie den Dickhäuten vermeintlich in die Quere kamen. Beim jüngsten Opfer handelte es sich um einen 69-jährigen Thailänder, der morgens alleine nahe seinem Zelt spazieren gegangen war.
Der Elefant fühlte sich offenbar bedroht, packte den zierlichen Mann mit seinem Rüssel, warf ihn auf den Boden und trampelte über ihn hinweg. Ranger, die dem Besucher zu Hilfe eilten, konnten nur noch den Tod feststellen und scheuchten den grantigen Elefanten ins nächste Waldgebiet.
Elefanten sind die "Nationaltiere" Thailands und streng geschützt und verehrt. Leider werden auch heute noch etwa 3.500 Tiere in Gefangenschaft gehalten, um eine Attraktion für Touristen sein zu müssen.
Die Zahl der wildlebenden Elefanten ist mit etwa 3.200 Tieren wesentlich geringer.
Aufgrund der Anordnung des zuständigen Gouverneurs, wurde der betroffene Campingplatz vorläufig geschlossen, während die Parkranger nun ihr Überwachungspensum ordentlich erhöhen. Zudem werden Touristen jetzt in zusätzliche Sicherheitsregeln eingewiesen - sich beispielsweise in Nationalparks mit Elefanten nur in Gruppen zu bewegen. Begegnet man dennoch einem Dickhäuter, so soll man sich sofort so leise und entspannt wie möglich zurückziehen und nicht noch ein paar Fotos erhaschen wollen.