Bali gilt seit Jahrzehnten als Sehnsuchtsort für Urlauber aus aller Welt. Alleine im vergangenen Jahr soll rund sieben Millionen Reisende die indonesische Ferieninsel besucht haben. Doch Traumstrände, Tempel und ein vergleichsweise günstiges Leben ziehen nicht nur klassische Touristen an, sondern auch digitale Nomaden und Langzeitreisende.
Doch dieser Massentourismus bringt auch negative Auswirkungen mit sich: Regelverstöße und wirtschaftliche Probleme einzelner Reisender belasten die lokale Bevölkerung. Deshalb versucht die Regierung mit immer neuen Maßnahmen den Tourismus nachhaltiger zu gestalten - wie eine Touristensteuer und einen Katalog mit Verhaltensregeln für Reisende.
Die jüngste Idee: Um Billigtouristen abzuschrecken, will man sich künftig auch den Kontostand der Besucher ansehen. Eine entsprechende Vorschrift wird derzeit im Parlament ausgearbeitet.
Konkret soll die "Höhe der Ersparnisse in den letzten drei Monaten" geprüft werden. Die genaue Höhe des erforderlichen Betrags ist bislang nicht bekannt. Ziel der Maßnahme sei es, sicherzustellen, dass Reisende genügend Kaufkraft besitzen, um die lokale Wirtschaft zu stärken, stellte Balis Gouverneur Wayan Koster gegenüber lokalen Medien klar.
Nach Ansicht Kosters sollten Touristen nicht mehrere Wochen auf Bali bleiben, obwohl ihr Geld nur für wenige Tage reiche. "Wenn das Geld nur für eine Woche reicht, sollten sie nicht am Ende drei Wochen bleiben, gestrandet sein und kriminelle Aktivitäten begehen", erklärte Koster dem Portal Radar Bali. Hintergrund ist offenbar, dass zahlreichen Touristen nach der Einreise das Geld ausgeht.
„Wenn das Geld nur für eine Woche reicht, sollten sie nicht am Ende drei Wochen bleiben, gestrandet sein und kriminelle Aktivitäten begehen.“
Zudem plant die Regierung, dass Besucher Angaben zu ihrer Reisedauer und -route machen müssen. Ein Datum für das Inkrafttreten der Verordnung wurde noch nicht genannt.