Tierische Petition

Abschüsse von Haustieren: Noch 15 Fälle gemeldet

Haustierhalter fürchten sich, in den Wald zu gehen, denn offenbar sind Abschüsse von Hund und Katze längst keine Seltenheit mehr.
04.02.2026, 12:53
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Die von Tierschutz Austria initiierte Petition gegen den Haustierabschuss gewinnt mehr und mehr an Bedeutung sowie Unterstützung. Mehr als 20.000 Haustierhalter haben bereits unterschrieben, nachdem gleich zwei Hunde trotz Warnweste mit einem Fuchs verwechselt und erschossen wurden.

Keine Einzelfälle

"Cooper" (Border Collie) in Oberösterreich und "Bailey" (Husky-Aussie-Mix) in der Steiermark mussten den Waldausflug mit ihrem Leben bezahlen, obwohl beide Hunde weder auf der Jagd noch in der Nacht alleine unterwegs waren. Auch waren beide Tiere gut sichtbar gekleidet und trugen Reflektor-Brustgeschirre.

Tragisch: Seit dem Start der Petition von Tierschutz Austria sind 15 weitere Fälle gemeldet worden – in nur zwei Wochen. Von "tragischen Einzelfällen" könne man nicht mehr sprechen.

„Wenn Hunde mit Warnwesten oder neonfarbenem Geschirr für Wildtiere gehalten werden, dann läuft in diesem System etwas grundlegend falsch. Das geltende Jagdrecht schützt Haustiere nicht ausreichend – und genau diese Lücke führt immer wieder zu vermeidbaren Todesfällen“
Martin AschauerSprecher Tierschutz Austria

Haben Jäger alle Rechte?

Die gemeldeten 15 Fälle umfassen weitere Hunde und auch Katzen - "geliebte Familienmitglieder", die durch unachtsame oder ignorante Jäger verletzt oder getötet wurden. Im Fall der Katze "Peach" wird die Dramatik der geltenden Regeln genau veranschaulicht, denn obwohl der Stubentiger in der Lebendfalle gefangen war, musste er durch einen feigen Kopfschuss sterben. Trotz Anzeige kam es jedoch zu einem Freispruch des Schützen.

Rechtsgutachten liegt vor und bestätigt Tierschützer

Ein aktuelles Rechtsgutachten von Univ.-Prof.in Dr.in Erika Wagner (2025) kommt zu einem klaren Ergebnis: Der Abschuss von Haustieren sei verfassungswidrig, unverhältnismäßig und ethisch nicht vertretbar. Die geltenden Normen beruhten teils auf jahrhundertealten Regelungen und widersprechen dem heutigen Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Besonders brisant: Jagdhunde sind ausgenommen, Familienhunde nicht – eine sachlich kaum haltbare Ungleichbehandlung.

„Österreichische Jagdgesetze stammen aus einer Zeit, in der Haustiere rechtlich kaum eine Rolle spielten. Heute sind Hunde und Katzen Familienmitglieder – und genau so müssen sie auch geschützt werden“

Auf Basis der dokumentierten Fälle und des Rechtsgutachtens fordert Tierschutz Austria:

  • Ein österreichweites, ausdrückliches Verbot des Haustierabschusses;
  • Psychologische Eignungstests für Jagdscheinbesitzer;
  • Alkoholverbot bei der Jagd und verbindliche Alkoholtests;
  • Sofortiger Entzug von Jagd- und Waffenkarte bei Verstößen;

Während die Waffengesetz-Novelle 2025 für viele Waffenbesitzer psychologische Gutachten vorsieht, sind Jäger weiterhin ausgenommen. Zudem gibt es weder eine einheitliche Promillegrenze noch ein generelles Alkoholverbot bei der Jagd. Andere Länder zeigen Alternativen: In Frankreich ist die Jagd unter Alkoholeinfluss seit 2023 ausdrücklich verboten.

Bist du betroffen?

Tierschutz Austria ruft alle Betroffenen auf, weitere Fälle an [email protected] zu melden, um das tatsächliche Ausmaß sichtbar zu machen. Gleichzeitig appelliert die Organisation an die Bevölkerung, die Petition zu unterschreiben und damit den politischen Druck zu erhöhen. "Es kommt wirklich auf jede einzelne Unterschrift an", so Aschauer abschließend. "Der unkontrollierte Haustierabschuss muss gestoppt werden."

{title && {title} } tine,red, {title && {title} } 04.02.2026, 12:53
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