Tierische Empörung

Herzloser Werbeslogan: "Reh umgefahren – halb so wild"

Mit dem Slogan "Reh umgefahren – halb so wild" wirbt derzeit eine Versicherung – und sorgt damit nicht nur bei Tierschützern für heftige Kritik
Heute Tierisch
21.09.2026, 09:06
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Ein totes oder schwer verletztes Reh am Straßenrand – "halb so wild"? Genau mit dieser Formulierung wirbt derzeit eine Versicherungsgesellschaft großflächig. Jagd Österreich kritisiert das Sujet scharf und unterstützt nach eigenen Angaben auch eine Befassung des Österreichischen Werberates damit.

65.000 tote Wildtiere jedes Jahr

Wie wenig "halb so wild" hinter einem Wildunfall steckt, zeigen die Zahlen: Rund 75.000 Wildunfälle ereignen sich jährlich in Österreich, etwa 65.000 Wildtiere werden dabei getötet. Allein 2025 wurden zudem 374 Wildunfälle mit Personenschaden registriert. Hinter jedem einzelnen Fall können verletzte Menschen, zerstörte Fahrzeuge – und Tiere stehen, die schwer verletzt flüchten und qualvoll verenden.

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„Ein Wildunfall ist niemals halb so wild“
Anton LarcherPräsident, Jagd Österreich

Zehntausende Tiere würden jedes Jahr auf Österreichs Straßen sterben. Dieses Geschehen mit einem flotten Werbespruch zu verharmlosen, halte man für unangebracht.

Gefahr im Herbst besonders hoch

Besonders im Herbst ist Vorsicht geboten. Viele Wildtiere sind in der Morgen- und Abenddämmerung unterwegs und müssen auf dem Weg zwischen Ruhe- und Nahrungs-gebieten Straßen überqueren. Autofahrer sollten deshalb in bekannten Wildwechselbereichen langsamer fahren und jederzeit bremsbereit sein.

Und wenn es doch kracht, darf das Tier nicht einfach seinem Schicksal überlassen werden: Der Wildunfall muss entsprechend den geltenden Bestimmungen gemeldet werden. Über die Polizei kann die zuständige Jägerschaft verständigt werden, damit verletzte Tiere gesucht und unnötiges Leiden möglichst rasch beendet werden kann. Ein verletztes oder verendetes Wildtier eigenmächtig mitzunehmen, ist zu unterlassen.

red,21.09.2026, 09:06