Tierischer Ratgeber

Diese drei Kommandos können Hunde retten

Sitz, Platz, Pfote? Nett – aber für einen sicheren Hundealltag gibt es deutlich wichtigere Lektionen. Drei Kommandos sollten unbedingt klappen.
Heute Tierisch
20.09.2026, 08:40
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Wer zum ersten Mal einen Hund bekommt, möchte am liebsten sofort alles richtig machen. Also werden "Sitz", "Platz" und "Fuß" geübt und vielleicht schon bald die ersten Tricks ausprobiert. Doch bevor Bello lernt, auf Kommando eine Rolle zu machen, lohnt sich die Konzentration auf jene Signale, die im Ernstfall sogar sein Leben retten können. Besonders wichtig sind ein zuverlässiger Rückruf, ein Stopp-Signal und ein gut aufgebautes Abbruchsignal.

1. "HIER"  - der Rückruf ist die Lebensversicherung

Der Rückruf gehört zu den wichtigsten Dingen, die ein Hund lernen kann. Auf das vereinbarte Signal soll er möglichst zuverlässig zu seinem Menschen zurückkommen – auch wenn ein anderer Hund, ein spannender Geruch oder Wild lockt. Das bedeutet allerdings viel Training und sollte zunächst in möglichst reizarmen Situationen und später beispielsweise mit einer Schleppleine unter zunehmender Ablenkung geübt werden.

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Ganz wichtig: Zurückkommen muss sich für den Hund IMMER lohnen. Lob, Futter oder ein tolles gemeinsames Spiel sorgen dafür, dass der Hund gerne zurückkehrt. Und wer seinen Hund nach jedem Rückruf schimpft oder sofort jeden Spaß beendet, darf sich nicht wundern, wenn "Hier!" irgendwann deutlich an Attraktivität verliert.

2. "Stopp" - keinen Schritt weiter

Ein Hund läuft auf eine Straße zu oder entdeckt in einiger Entfernung etwas Interessantes? Dann kann ein zuverlässiges Stopp-Signal Gold wert sein. Dabei geht es zunächst gar nicht darum, ob sich der Hund hinsetzt oder hinlegt. Entscheidend ist: Er unterbricht seine Vorwärtsbewegung und wartet. Auch dieses Signal wird kleinschrittig und zunächst ohne große Ablenkungen aufgebaut. Erst wenn es auf kurze Distanz zuverlässig funktioniert, werden Entfernung und Schwierigkeit langsam gesteigert.

Ein "Stopp" sollte außerdem nicht inflationär verwendet werden – es soll für den Hund ein klares und besonderes Signal bleiben.

3. "Aus" - Schluss damit

Auch ein Abbruchsignal gehört in den Werkzeugkasten jedes Hundehalters. Es bedeutet sinngemäß: Beende, was du gerade machst, und orientiere dich wieder an mir. Das kann hilfreich sein, wenn der Hund etwas vom Boden fressen möchte, sich zu sehr für einen anderen Hund interessiert oder seine Nase gerade in Angelegenheiten steckt, die ihn nichts angehen. Wichtig ist allerdings, dass "Nein" oder "Lass es" nicht einfach ständig ärgerlich gerufen wird. Der Hund muss erst lernen, was das Signal überhaupt bedeutet – und welches alternative Verhalten von ihm erwünscht ist.

Bedenke: Dein Hund ist ein Lebewesen mit einer ganz individuellen Lernkurve – kein Roboter. Ein neues Signal kann er oft schon nach wenigen gelungenen Wiederholungen verstehen. Bis es jedoch wirklich zuverlässig sitzt und auch unter Ablenkung funktioniert, sind viele Dutzend bis Hunderte Wiederholungen in unterschiedlichen Situationen nötig. Geduld, Konsequenz und positive Bestärkung sind deshalb wichtiger als eine bestimmte Zahl.

Sitz und Platz dürfen freilich bleiben

Natürlich sind auch "Sitz", "Platz", "Bleib" oder eine gute Leinenführigkeit wertvolle Bestandteile der Hundeerziehung. Für Anfänger gilt jedoch: Qualität vor Quantität. Ein Hund, der 20 Tricks beherrscht, aber beim Anblick eines Hasen seinen Namen vergessen hat, ist im Alltag weniger gut vorbereitet als einer, der drei entscheidende Signale wirklich verstanden hat. Und bis diese auch unter großer Ablenkung funktionieren, braucht es vor allem eines: Geduld. Denn Hundeerziehung ist kein Wettrennen – sondern Teamarbeit.

red,20.09.2026, 08:40