Großer Alarm um Kondome in Frankreich: Rund 260.000 Präservative, die in Apotheken und Geschäften verkauft wurden, werden zurückgerufen. Der Grund sind auffällige Labortests.
Die Anti-Betrugs-Behörde DGCCRF und die Gesundheitsbehörde DGS teilten mit, dass zwei Produkte "platzen oder Löcher aufweisen könnten". Damit steht bei den betroffenen Kondomen ausgerechnet das auf dem Spiel, wofür sie eigentlich sorgen sollen: Schutz.
Doch der Rückruf betrifft nicht nur den klassischen Handel. Auch auf Online-Marktplätzen wurden zahlreiche Produkte beanstandet. Dort fanden die Kontrollen 30 Kondomvarianten, denen entweder das EU-Konformitätssiegel oder eine französische Beschriftung fehlte.
Nach den Angaben wurden davon rund 1.000 Schachteln mit mehr als 40.000 Kondomen verkauft. Die Plattformen hätten zugesagt, die betroffenen Angebote zu entfernen.
Auf der Warnliste stehen unter anderem zwei Produkte des japanischen Herstellers Okamoto Industries sowie die Marken My Lubie und Friday Bae. Auch Passage du Desir wird im Zusammenhang mit den beanstandeten Produkten genannt. Eine Stellungnahme der betroffenen Unternehmen lag zunächst nicht vor.
Die Empfehlung ist klar: Wer die nun beanstandeten Verhütungsmittel zuletzt benutzt hat, soll sich auf Geschlechtskrankheiten und gegebenenfalls auf eine Schwangerschaft testen lassen.
Die Dimension des Falls ist erheblich. 2024 wurden in Frankreich gut 115 Millionen Kondome verkauft.