Günstigere Produkte sollen stärker ins Blickfeld rücken, Kunden sollen sich in den Geschäften schneller zurechtfinden und ein neuer Modebereich kommt dazu: Primark stellt sein Angebot neu auf! Der neue Österreich- und Deutschland-Chef Daniel Schwarz will damit auch auf die derzeitige Zurückhaltung beim Konsum reagieren, berichtet die "Kleine Zeitung".
Primark ist seit 2012 in Österreich vertreten und betreibt hierzulande fünf Geschäfte mit insgesamt 820 Mitarbeitern. Angeboten werden mehrere Tausend Artikel, darunter Damen-, Herren- und Kindermode, Schuhe, Wohnaccessoires und Make-up.
Am grundsätzlichen Geschäftsmodell will Schwarz trotz gestiegener Kosten und Konkurrenz durch asiatische Billiganbieter nicht rütteln. Primark setzt weiterhin auf niedrige Preise und große stationäre Geschäfte statt auf Online-Handel, heißt es im Bericht der Tageszeitung.
Eine wichtige Rolle soll dabei die neue Kollektion "Iconic Value" spielen. Primark will damit besonders günstige Artikel aus stark nachgefragten Bereichen hervorheben.
Als Beispiele werden in der "Kleinen Zeitung" ein Buben-T-Shirt um fünf Euro, ein Damenkleid um zwölf Euro und ein Zierkissen um acht Euro genannt. Diese Produkte werden mit einem eigenen "Iconic"-Logo gekennzeichnet. Weniger stark nachgefragte Produktvarianten sollen dagegen reduziert werden.
"Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten überlegen viele Menschen noch genauer, wofür sie ihr Geld ausgeben", sagt Schwarz gegenüber der Tageszeitung.
Gleichzeitig will Primark die Orientierung in seinen großen Geschäften verbessern. Beschilderungen und Kennzeichnungen sollen Kunden schneller zu den gewünschten Produkten führen.
"Wer uns besucht, soll sich schnell zurechtfinden", erklärt Schwarz in der "Kleinen Zeitung".
Am Fokus auf die Geschäfte hält das Unternehmen fest. "Die Stores sind und bleiben Herzstück unseres Geschäftsmodells. Mode ist ein Produkt, das die Menschen sehen, angreifen und anprobieren wollen", sagt der Primark-Chef zur Tageszeitung.
Primark erweitert außerdem sein Sortiment um adaptive beziehungsweise inklusive Kleidung. Diese wurde gemeinsam mit und für Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Behinderungen entwickelt.
"Gleichzeitig investieren wir in neue Produktbereiche", wird Schwarz in der "Kleinen Zeitung" zitiert.
Bei der Kleidung kommen unter anderem magnetische Verschlüsse, elastische Taillenbünde, weiche Stoffe und innenliegende Zugschlaufen zum Einsatz: "Die Teile haben praktische Lösungen wie magnetische Verschlüsse oder speziell angepasste Schnitte, die das An- und Ausziehen erleichtern. Unser Ziel ist, Mode für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen."
Für den Herbst setzt Primark zudem auf Naturtöne, Strick und Denim.
Auch beim Thema Haltbarkeit will das Unternehmen gegensteuern. Primark orientiere sich inzwischen an einer Lebensdauer von bis zu 45 Haushaltswäschen. Dabei würden unter anderem Farbe, Passform und Funktion geprüft.
"Qualität und Langlebigkeit spielen für uns eine immer größere Rolle. Wir orientieren uns dabei an einer Haltbarkeit von bis zu 45 Haushaltswäschen, wobei unter anderem Passform, Farbe und Funktion geprüft werden", erklärt Schwarz gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Einen Rückzug aus Österreich plant Primark nicht. Der heimische Markt bleibe "ein wichtiger Markt und wir prüfen fortlaufend Möglichkeiten, unser Filialnetz weiterzuentwickeln".