Studien zeigen Wandel

Online planen, im Geschäft einkaufen – eine Trendumkehr

Online informieren, Preise vergleichen und im Geschäft kaufen: So verändert sich der Einkauf in Österreich. Neue Studien enthüllen Überraschendes.
Digital  Heute
14.07.2026, 16:25
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Künstliche Intelligenz verändert zunehmend, wie Menschen in Österreich einkaufen. Vor dem Kauf werden Preise verglichen, Produkte recherchiert und Angebote gesucht – oft mit Unterstützung von Chatbots oder KI-Zusammenfassungen. Trotzdem bleibt das klassische Geschäft für viele der wichtigste Ort, an dem sie tatsächlich einkaufen.

Das zeigen mehrere aktuelle Studien von Shopfully, Celum, Idealo, Visa und Nexi, die einen umfassenden Einblick in das Einkaufsverhalten der Österreicher geben. Dabei wird deutlich: Der Einkauf beginnt heute meist online, endet aber häufig an der Kassa im stationären Handel.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Fast alle informieren sich zuerst im Internet

Nach einer europaweiten Shopfully-Studie informieren sich 93 Prozent der befragten Österreicher online, bevor sie ein Geschäft betreten. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 86 Prozent. Gleichzeitig kaufen 60 Prozent überwiegend im stationären Handel ein. Nur 2 Prozent erledigen ihre Einkäufe hauptsächlich online. Immer häufiger werden beide Welten kombiniert. Digitale Kanäle dienen der Vorbereitung, während der eigentliche Kauf anschließend im Geschäft erfolgt.

Beim Einkauf spielt der Preis weiterhin eine entscheidende Rolle. 53 Prozent der Befragten greifen gezielt zu Sonderangeboten. 45 Prozent verteilen ihre Einkäufe auf verschiedene Händler, um möglichst günstige Preise zu finden. Auch beim Markenkauf zeigt sich ein Wandel. 37 Prozent wechseln häufiger zu günstigeren Marken oder Eigenmarken. Gleichzeitig wollen 44 Prozent auf nicht unbedingt notwendige Anschaffungen verzichten.

ChatGPT und Google helfen bei der Produktsuche

Trotz der Sparsamkeit blicken viele optimistisch in die Zukunft. 45 Prozent rechnen 2026 mit einer steigenden Kaufkraft. Dennoch geben 38 Prozent an, auch dann weiter sparen zu wollen. Nicht nur Preisvergleichsseiten gewinnen an Bedeutung. Auch Künstliche Intelligenz wird immer häufiger genutzt. Eine repräsentative Studie von Celum und TQS zeigt, dass 29 Prozent der Österreicher KI-Zusammenfassungen in der Google-Suche lesen. 26,8 Prozent verwenden KI-Chatbots wie ChatGPT, um Informationen über Produkte zu erhalten.

Besonders junge Menschen setzen auf KI. Bei den 16- bis 29-Jährigen nutzen 41,9 Prozent Chatbots und 39,6 Prozent KI-Zusammenfassungen bei der Produktsuche. Zusätzlich informieren sich 70 Prozent dieser Altersgruppe über soziale Netzwerke. Alexandra Vetrovsky-Brychta, Chief Growth Officer von Celum, sieht darin erst den Beginn einer größeren Entwicklung. "Wir stehen erst am Beginn der Ära des 'Agentic Commerce', also der kund*innenseitigen Nutzung von KI im Kaufprozess."

KI soll helfen – aber nicht selbst einkaufen

Eine Umfrage von Idealo zeigt, dass viele Menschen KI zwar als Unterstützung begrüßen, ihr aber nicht die vollständige Kontrolle überlassen möchten. 75 Prozent würden einen KI-Assistenten hilfreich finden, der Produkte erklärt, Preise vergleicht und Angebote analysiert. Den gesamten Einkauf würden allerdings nur 38 Prozent einer KI überlassen. Bereits heute nutzen 39 Prozent KI beim Online-Shopping. Besonders beliebt sind Preisvergleiche (45 Prozent), Produktsuchen (40 Prozent) und die Suche nach Alternativen (34 Prozent).

Die größten Sorgen betreffen Datenschutz (45 Prozent) sowie unseriöse Angebote und Fake-Shops (44 Prozent). Vier von zehn Befragten geben an, KI-generierte Produktbilder nicht zuverlässig erkennen zu können. Auch Shopfully untersuchte die Rolle von KI beim Einkauf. Demnach hat jede und jeder fünfte Österreicher KI genutzt, um eine Kaufentscheidung vorzubereiten. Wer KI verwendet, greift fast ausschließlich auf allgemeine Plattformen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity zurück. 89 Prozent der KI-Nutzer setzen auf solche Dienste.

Visa testet Einkäufe durch KI-Agenten

Am gefragtesten sind Funktionen, die beim Sparen helfen. 46 Prozent wünschen sich Preisvergleiche zwischen verschiedenen Händlern. 18 Prozent interessieren sich für Hilfen beim Erkennen irreführender Angebote. Preisalarme finden 15 Prozent attraktiv. Gleichzeitig bleibt die Skepsis groß. 42 Prozent möchten bewusst auf KI verzichten und ihre Kaufentscheidungen weiterhin selbst treffen. Wie weit die Entwicklung gehen könnte, zeigt Visa. Das Unternehmen hat erstmals Live-Transaktionen vorgestellt.

Das Besondere: Bei ihnen wählten und kauften KI-Agenten Produkte selbstständig. Die Einkäufe erfolgten allerdings nur innerhalb zuvor festgelegter Vorgaben der Nutzer. Jeder Bezahlvorgang musste von den Karteninhabern autorisiert werden. Laut Visa soll die Technik künftig den Einkauf vereinfachen, ohne die Kontrolle aus der Hand zu geben. Stefanie Ahammer, Country Managerin von Visa Österreich, erklärte dazu: "Wir sehen jetzt, wie KI-Agenten im Auftrag von Menschen direkt bei echten Händlern einkaufen können."

Online-Shopping ist längst Alltag

Auch beim Onlinehandel insgesamt zeigen sich deutliche Veränderungen. Laut dem aktuellen Payment Report von Nexi kaufen mittlerweile 90 Prozent der Österreicher online ein. Selbst bei den über 60-Jährigen liegt der Anteil noch bei 83 Prozent. Als wichtigste Gründe nennen die Befragten Komfort und einfache Abläufe. 25 Prozent sehen darin den größten Vorteil des Onlinehandels, 19,5 Prozent nennen günstigere Preise. Bei den Zahlungsmethoden stehen einfache und schnelle Lösungen im Vordergrund.

Besonders häufig werden E-Wallets (38 Prozent) genutzt, gefolgt von Kreditkarten (35 Prozent) und Debitkarten (34 Prozent). Die Studien zeichnen ein ähnliches Bild. Der stationäre Handel bleibt wichtig, doch der Weg dorthin führt immer häufiger über das Internet und zunehmend auch über KI. Viele Verbraucher nutzen KI als Recherche- und Vergleichswerkzeug. Gleichzeitig möchten sie selbst entscheiden, wo sie einkaufen und welches Angebot sie auswählen. Der Einkauf wird digitaler, bleibt aber in vielen Fällen eine bewusste Entscheidung des Menschen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 14.07.2026, 16:25
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