Tierischer Ratgeber

Mit Fenchel und Dille wird es im nächsten Frühling bunt

Die Raupe des wunderschönen Schwalbenschwanzes ist gerade am Fressen und Fenchel und Dille mag sie besonders gern.
Heute Tierisch
19.09.2026, 08:30
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Wer Fenchel und Dille im Garten oder auf dem Balkon pflanzt, freut sich normalerweise auf frische Kräuter. Manchmal ziehen jedoch ganz andere Feinschmecker ein: Die auffällig grün-schwarz geringelten Raupen des Schwalbenschwanzes fühlen sich auf den aromatischen Pflanzen besonders wohl. Und wer sie entdeckt, darf sich durchaus geehrt fühlen.

Der Schwalbenschwanz ist ein ganz besonderer Helfer im Garten.
Getty Images

Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) gehört zur Familie der Ritterfalter und zählt mit einer Flügelspannweite von bis zu rund acht Zentimetern zu den größten und wohl schönsten heimischen Tagfaltern. Seine Raupen sind auf bestimmte Futterpflanzen angewiesen. Besonders beliebt sind Doldenblütler wie Wilde Möhre, Fenchel oder Dille. Wer solche Pflanzen im Garten stehen lässt und auf Insektizide verzichtet, kann dem imposanten Falter daher ganz unkompliziert unter die Flügel greifen.

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Bitte nicht von der Dille pflücken

Wer eine Raupe entdeckt, sollte sie möglichst dort lassen, wo sie sitzt. Ein wenig angeknabberter Fenchel ist schließlich ein kleiner Preis für die Chance, später einen Schwalbenschwanz durch den Garten segeln zu sehen. Die Raupen durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien, bevor sie sich verpuppen. Besonders spannend: Bei Gefahr können sie hinter dem Kopf eine orangefarbene, gegabelte Duftdrüse – das sogenannte Osmaterium – ausstülpen, die Fressfeinde abschrecken soll.

Naturnahe Gärten werden für Schmetterlinge und viele andere Insekten immer wichtiger. Wo Landschaften intensiv genutzt, Flächen verbaut und Wildpflanzen zurückgedrängt werden, verschwinden auch Nahrungs- und Fortpflanzungsplätze. Wilde Ecken, heimische Blühpflanzen, Kräuter und ein Verzicht auf Pestizide können deshalb schon auf wenigen Quadratmetern einen Unterschied machen.

Und so darf der Fenchel ruhig ein paar Blätter verlieren. Denn vielleicht wird aus der hungrigen Raupe zwischen den Kräutern schon bald einer der prächtigsten Schmetterlinge Österreichs. Ein Garten muss eben nicht nur uns Menschen schmecken.

red,19.09.2026, 08:30