Tierische Reise

Mit Hund nach Kroatien: Diese Gefahr solltest du kennen

Wer mit dem Hund nach Kroatien reist, sollte die Vorsorge früh planen: Sand- und Stechmücken können gefährliche Parasiten übertragen.
Heute Tierisch
12.09.2026, 07:45
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Kroatien-Urlaub mit Hund klingt nach Sonne, Meer und langen Spaziergängen am Strand. Doch für Vierbeiner kann die Reise in den Süden auch gesundheitliche Gefahren mit sich bringen. Besonders Mücken und andere Parasiten können zum Problem werden.

Wie wichtig die richtige Vorbereitung ist, zeigt der Fall einer Hundehalterin, die ihren Erfahrungsbericht in der Facebook-Gruppe "Kroatien Urlaub" teilte. Nur einen Tag vor der geplanten Abreise mit ihren beiden Shih Tzus erfuhr sie bei einem zweiten Tierarztbesuch von einer Gefahr, von der sie nach eigenen Angaben zuvor nichts wusste: In Kroatien kommen Sandmücken vor, die Leishmaniose übertragen können.

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Sandmücken können schwere Krankheit übertragen

Nach Angaben der Halterin war sie mit ihren Hunden zuvor bereits beim Tierarzt gewesen, unter anderem wegen Impfungen und der Reisevorbereitung. Auf die mögliche Gefahr durch Sandmücken sei sie dabei nach ihrer Darstellung nicht hingewiesen worden. Dabei ist die Vorsorge laut dem Fachgremium ESCCAP Deutschland ein wichtiger Bestandteil einer Reiseplanung mit Hund.

In Kroatien gibt es demnach vor allem zwei Mückenrisiken: Sandmücken und Stechmücken. Sandmücken der Gattung Phlebotomus kommen insbesondere auf den kroatischen Inseln und im Süden des Landes vor. Ihr Stich kann zwar lediglich einen vorübergehenden Juckreiz auslösen. Gefährlicher ist jedoch, was dabei übertragen werden kann: der Erreger der Leishmaniose. Die Erkrankung kann für Hunde schwerwiegend verlaufen.

Auch Stechmücken sind nicht harmlos

Stechmücken sind hingegen in ganz Kroatien verbreitet. Sie können unter anderem den Herzwurm Dirofilaria immitis übertragen. Daneben besteht das Risiko einer Infektion mit Dirofilaria repens. Der Fadenwurm kann eine sogenannte kutane Filariose auslösen.

Für Hundebesitzer bedeutet das: Wer mit seinem Vierbeiner Richtung Adria fährt, sollte nicht erst kurz vor der Abreise über den Parasitenschutz nachdenken.

Diese Vorsorge empfiehlt ESCCAP

Ein wichtiger Punkt ist der Floh- und Zeckenschutz. Dieser sollte bereits einige Tage vor der Abreise angewendet werden. Während des Urlaubs muss der Schutz entsprechend der Wirkungsdauer des jeweiligen Präparats regelmäßig erneuert werden.

Auch beim Mückenschutz kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an. Halsbänder sollten laut ESCCAP mindestens eine Woche vor der Abreise angelegt werden. Bei Spot-on-Präparaten sind mindestens 24 Stunden Vorlauf vorgesehen.

Doch Vorsicht: Beim Schutz vor Herzwürmern reicht es nicht, sich ausschließlich auf den Mückenschutz zu verlassen. Denn Präparate können zwar Mückenstiche verhindern oder reduzieren. Bereits übertragene und im Körper wandernde Larven werden dadurch jedoch nicht abgetötet. Deshalb empfiehlt ESCCAP zusätzlich eine vorbeugende Wurmkur.

Herzwurm: Schutz reicht bis nach der Rückkehr

Die vorbeugende Behandlung sollte innerhalb der ersten vier Wochen nach der Einreise beginnen. Anschließend soll sie alle 30 Tage wiederholt werden – und zwar bis einschließlich 30 Tage nach der Rückkehr.

Je nach Lebensweise und Ernährung des Hundes können außerdem weitere Parasiten eine Rolle spielen. Dazu zählen etwa Spul- und Hakenwürmer sowie – abhängig vom individuellen Risiko – Bandwürmer.

Besonders wichtig ist die rechtzeitige Planung beim Thema Leishmaniose-Impfung. ESCCAP sieht diese vor allem bei Reisen auf kroatische Inseln und in den Süden des Landes als relevant an. Vor einer Erstimpfung ist ein negativer Leishmaniose-Test erforderlich.

Und die Immunisierung braucht Zeit: Für den vollständigen Impfschutz sind drei Impfungen im Abstand von jeweils drei Wochen notwendig. Der Schutz besteht erst vier Wochen nach der letzten Dosis. Danach ist eine jährliche Auffrischung vorgesehen. Die Impfung bietet allerdings keinen vollständigen Schutz. Deshalb bleibt ein konsequenter Sandmückenschutz wichtig.

Dämmerung und Nacht sind besonders heikel

Sandmücken sind vor allem in der warmen Jahreszeit aktiv. In den betroffenen Regionen reicht ihre Saison laut ESCCAP üblicherweise von April bis November, wobei es von Jahr zu Jahr Unterschiede geben kann.

Besonders in der Dämmerung und während der Nacht sollten Hunde möglichst im Haus bleiben. Engmaschige Mückennetze an Fenstern und Türen können zusätzlich helfen, die Tiere vor den Insekten zu schützen. ESCCAP stuft das Risiko als real, zugleich aber als saisonal begrenzt ein.

Kroatien ist nicht das einzige Risikogebiet

Wer seinen Hund mit in den Süden nimmt, sollte außerdem bedenken: Kroatien ist nicht die einzige Urlaubsregion, in der sogenannte Mittelmeerkrankheiten eine Rolle spielen. Laut ESCCAP sind Leishmaniose und Herzwurm unter anderem auch in Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Südfrankreich und der Türkei verbreitet.

Für diese Länder gibt es eigene Reiseempfehlungen. Im Mittelpunkt stehen dabei ebenfalls der Schutz vor Flöhen und Zecken, Mückenschutz, gegebenenfalls die Leishmaniose-Impfung sowie geeignete Wurmbehandlungen.

red,12.09.2026, 07:45