Hier leben die meisten Tiere

Österreichs Wappentier zurück: Seeadler brechen Rekord

Österreichs Seeadler-Bestand erreicht einen historischen Höchststand. 123 Paare haben mittlerweile ein eigenes Revier – besonders im Waldviertel.
Heute Tierisch
11.09.2026, 09:18
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Österreichs Wappentier ist zurück – und zwar stärker als je zuvor. Eine aktuelle Großzählung des WWF hat 123 territoriale Seeadler-Paare in Österreich erfasst. Seit der Rückkehr der imposanten Greifvögel vor rund 25 Jahren wurde damit ein neuer Höchststand erreicht.

82 der gezählten Paare haben nachweislich gebrütet. Bei weiteren 41 Paaren wurde zwar ein eigenes Revier beobachtet, eine Brut konnte bislang aber nicht bestätigt werden.

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Waldviertel ist Seeadler-Hotspot

Besonders wohl fühlen sich die Tiere im Waldviertel. 67 der 123 Reviere wurden dort gezählt, 38 Paare haben nachweislich gebrütet. Damit lebt rund die Hälfte des österreichischen Brutbestandes in dieser Region.

Auch bei der Seeadler-Dichte liegt das Waldviertel klar vorne: Im Schnitt kommen dort rund 1,5 Brutpaare auf 100 Quadratkilometer. In einzelnen Gebieten sind es sogar sieben Brutpaare auf 100 Quadratkilometer.

„Der neue Höchstwert zeigt, wie wichtig konsequente Schutzmaßnahmen sind.“

"Der neue Höchstwert zeigt, wie wichtig konsequente Schutzmaßnahmen sind", sagt WWF-Artenschutzexperte Christian Pichler. Die Rückkehr der Tiere sei das Ergebnis von 25 Jahren gezielter Arbeit.

In manchen Regionen wird der Platz knapp

Während die Seeadler in den früh besiedelten Gebieten bereits zahlreiche Reviere besetzen, wächst die Population dort langsamer. Das betrifft unter anderem das Burgenland sowie die March-Thaya- und Donauauen.

Anders sieht es in Regionen aus, die die Greifvögel erst später wieder besiedelt haben. In der Steiermark, in Oberösterreich und im Weinviertel nimmt die Zahl der Reviere noch deutlich stärker zu. Allein in der Steiermark wurden zwölf territoriale Paare registriert, sechs davon haben bereits gebrütet. Im Weinviertel gibt es acht Reviere und sechs bestätigte Brutpaare.

Trotz des Rekords sieht der WWF die Entwicklung noch nicht als abgeschlossen. "Mit der aktuellen Bestandsgröße von 123 Seeadler-Paaren dürfte die Obergrenze noch nicht erreicht sein", erklärt Pichler. Ob die Population weiter wächst, hängt allerdings entscheidend davon ab, ob die bestehenden Gefahren für die Tiere reduziert werden können.

Illegale Abschüsse bleiben große Gefahr

Denn trotz der positiven Entwicklung ist der Seeadler keineswegs außer Gefahr. Illegale Abschüsse und Vergiftungen durch Wildtierkriminalität gehören weiterhin zu den größten Bedrohungen. Hinzu kommen zunehmend Kollisionen. Der WWF fordert deshalb, den Schutz der Tiere weiter auszubauen. Neben geeigneten Lebensräumen müsse vor allem die illegale Verfolgung konsequenter bekämpft werden.

Die aktuelle Zählung zeigt damit zweierlei: Österreichs Seeadler haben ein beeindruckendes Comeback hingelegt. Damit dieses nicht wieder zum Absturz wird, braucht es aber weiterhin konsequenten Schutz.

red,11.09.2026, 09:18