Eine dramatische Szene spielte sich am Samstagabend in den Kärntner Bergen ab: Zwei Jäger aus Köstenberg saßen beim Ansitz auf Wildschweine, als ein großer Braunbär überraschend vor ihnen auftauchte.
Die Jäger Josef Meiritsch und sein Neffe Hartwig wollten eigentlich Wildschweine beobachten, die bei Vorderberg im Gailtal regelmäßig Schäden in Wiesen und Maisäckern verursachen.
Zu ihrem Pech sei das Tier direkt auf sie zugekommen, berichtet die "Kronen Zeitung". "Wir haben geschrien", erinnert sich Meiritsch: "Dann hat er uns gesehen und sich aufgerichtet. Das war ein gewaltiges Tier – fast drei Meter groß."
Dann hat sich der Braunbär ihnen noch weiter genähert. Nur 20 Meter hätten zwischen ihnen gelegen. "Dann hat er sich noch einmal aufgestellt. Da war dann Feuer am Dach." Ihre nächste Option wäre die Abgabe eines Notwehr-Schusses gewesen. Doch zur Erleichterung des Duos verschwand der Bär - nachdem sie noch ein Foto gemacht hatten - wieder im Wald.
Für Meiritsch war es laut seinen Angaben schon die zweite Begegnung mit einem Braunbären binnen rund drei Monaten. In Österreich gibt es jedoch schon lange keine Braunbären mehr - dafür hat der Mensch gesorgt. "In Österreich haben wir fast ein trauriges Alleinstellungsmerkmal - denn kein anderes Land hat es geschafft, ein großes Säugetier gleich zweimal auszurotten", erklärte WWF-Artenschutzexperten Christian Pichler bereits vor einiger Zeit gegenüber "Heute".
Bei den regelmäßigen Nachweisen einzelner Bärenmännchen in Tirol und Kärnten handelt es sich lediglich um Gäste auf der Durchreise. "Wandernde Individuen aus der slowenischen Population, aber auch Männchen aus dem Trentino in Italien wurden schon in Österreich nachgewiesen." Sowohl in Slowenien als auch in Italien seien rund 100 Bären unterwegs.