Keine Panik

Wildschwein-Alarm: So verhältst du dich richtig

Wildschweine kommen Menschen immer näher. Was jetzt gilt – und warum Panik bei einer Begegnung völlig fehl am Platz ist.
Heute Tierisch
09.09.2026, 21:33
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Sie streifen durch Wälder, Parks und manchmal sogar durch Siedlungen: Wildschweine kommen dem Menschen vielerorts näher. Besonders im Herbst sind die Tiere aktiv. Sie suchen jetzt intensiv nach Nahrung, um sich für den Winter eine ausreichende Fettschicht anzulegen.

Doch was tun, wenn plötzlich ein Wildschwein den Weg kreuzt? PETA-Fachreferent Peter Höffken rät vor allem zu Ruhe und Abstand. "Wer auf Wildschweine trifft, sollte ihnen mit Respekt begegnen", sagt Höffken. Grund zur Panik gebe es in der Regel nicht.

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Bloß nicht zu nahe kommen

Vor allem Bachen mit Frischlingen sollten Spaziergänger nicht bedrängen. Fühlen sich die Tiere bedroht, können sie versuchen, ihren Nachwuchs zu verteidigen. Die wichtigste Regel: Abstand halten und Wildschweinen immer den Vortritt lassen. Wer ihnen im Wald begegnet, sollte möglichst auf den Wegen bleiben und den Tieren ausreichend Raum geben.

Auch hektische Bewegungen sind keine gute Idee. Wer einem Wildschwein begegnet, sollte ruhig bleiben und sich langsam zurückziehen.

Hunde besser an die Leine

Besonders heikel können Begegnungen mit Hunden werden. Wildschweine greifen Menschen normalerweise nicht grundlos an. Wird ein Tier allerdings von einem Hund gejagt, kann es sich zur Wehr setzen.

Für den Vierbeiner kann das böse enden. Deshalb empfiehlt PETA, Hunde im Wald und gegebenenfalls auch in Parks anzuleinen.

Diese Signale sollte man ernst nehmen

Schnauben, ein aufgestellter Schwanz oder sogar Zähneklappern: Zeigt das Wildschwein solche Warnsignale, ist höchste Vorsicht geboten. Jetzt heißt es: ruhig bleiben und langsam Abstand gewinnen. Rennen oder hektisches Davonlaufen kann die Situation zusätzlich verschärfen.

Für den seltenen Fall eines Angriffs empfiehlt Höffken, sich langsam aufzurichten und in die Hände zu klatschen. Grundsätzlich haben Wildschweine Angst vor Menschen und ziehen sich meist zurück.

Keine Essensreste liegen lassen

Wer Wildschweine nicht als Dauergäste im eigenen Grätzl haben will, sollte ihnen keinen Grund liefern, wiederzukommen. Essensreste und Abfälle gehören weder in den Wald noch offen in Parks. Auch Mülltonnen sollten geschlossen sein. Neben dem Anlocken der Tiere gibt es einen weiteren Grund: Weggeworfene Fleischreste können zur Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest beitragen.

Für Menschen ist das Virus ungefährlich. Es befällt ausschließlich Haus- und Wildschweine. In betroffenen Gebieten können Behörden allerdings Betretungsverbote oder bestimmte Wege vorschreiben.

So bleibt der Garten verschont

Auch private Gärten sind für die Nahrungssucher attraktiv. Wer sein Gemüsebeet vor nächtlichen Besuchern schützen will, braucht vor allem eines: einen stabilen Zaun.

Empfohlen werden solide Zäune mit einer Höhe von mindestens 1,5 Metern. Entscheidend ist, dass sie fest im Boden verankert sind – denn Wildschweine sind kräftige Wühler.

Die "Gärtner des Waldes"

So lästig Wildschweine für manche Gartenbesitzer sein können: Für den Wald sind sie wichtige Helfer. Beim Wühlen vermischen die Tiere nährstoffreichen Humus mit tieferen Bodenschichten. Das schafft günstige Bedingungen für Keimlinge und unterstützt die natürliche Verjüngung des Waldes.

Zudem helfen Wildschweine dabei, bestimmte Insekten und Larven zu regulieren. Ausgerechnet jene Tiere, die im Siedlungsraum für Aufregung sorgen, erfüllen im Wald also eine wichtige ökologische Funktion.

red,09.09.2026, 21:33