Tierische Begegnungen

Und plötzlich ... steht ein Wildschwein vor dir!

Ob Fuchs, Reh, oder Wildschwein: In Österreich kann es beim Wandern schon mal passieren, dass dir ein Wildtier über den Weg läuft.
Heute Tierisch
20.08.2026, 15:20
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Du bist gemütlich am Wanderweg unterwegs, hörst plötzlich ein Rascheln im Gebüsch – und schon steht ein Tier direkt vor dir. Was tun, wenn dir eine Schlange begegnet? Oder wenn ein neugieriger Fuchs auf dich zukommt? Online-Medium 20 Minuten hat bei Forstingenieurin und Geschäftsführerin von Wildtier Schweiz, Melitta Maradi nachgefragt.

Wildtiere in Ruhe lassen – das ist das Wichtigste

Welche Tiere dir begegnen, hängt stark davon ab, wo und wann du unterwegs bist. Im Mittelland sind Rehe, Füchse und Eichkatzln oft zu sehen. In den Bergen kannst du auf Murmeltiere, Gämsen, Steinböcke oder Rothirsche treffen. Auch Blindschleichen, Eidechsen und Schlangen sind möglich.

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„Bleib ruhig, mach keine hektischen Bewegungen und halte Abstand. Niemals hinterherlaufen, anfassen oder füttern.“

Wer laut ist oder wild herumrennt, vertreibt Tiere schnell. Wenn du auf deiner Wanderung kaum welche siehst, bist du vielleicht selbst der Grund – wie Maradi sagt: Wer "wie eine wild gewordene Horde Elefanten" durch den Wald stapft, hat schlechte Karten für Tierbegegnungen.

Je nach Tierart läuft eine Begegnung ganz unterschiedlich ab. Melitta Maradi schildert fünf typische Situationen und erklärt, worauf du achten solltest.

Szenario 1: Ein Wildschwein steht plötzlich am Weg – was tun?

Solange du auf dem Weg bleibst und Abstand hältst, ist die Gefahr bei einer Wildschwein-Begegnung gering. Besonders aufpassen musst du aber, wenn Frischlinge dabei sind. "Dann ist meist auch die Bache – ein ausgewachsenes weibliches Wildschwein – in der Nähe", sagt Maradi. Jungtieren solltest du dich nie nähern. "Bachen sind sehr wehrhaft und würden alles für ihre Jungen tun." Ihr Tipp: Ruhig bleiben und langsam zurückziehen.

Szenario 2: Ein Reh oder Hirsch steht auf dem Weg und bleibt stehen – wie reagierst du?

Wenn ein Reh oder Hirsch nicht flüchtet, halte Abstand, sei leise und bewege dich möglichst wenig. "Genieße das seltene Erlebnis und warte, bis das Tier von selbst verschwindet", rät Maradi.

Szenario 3: Begegnung mit einem Wolf – wie wahrscheinlich ist das und wie verhältst du dich?

Grundsätzlich ist eine Begegnung möglich, denn junge Wölfe verlassen ihr Rudel und suchen sich neue Reviere. Maradi selbst ist schon in Dorfnähe einem jungen Wolf begegnet. "Die Begegnung war kurz, der Wolf hat das Weite gesucht." Interesse an ihr habe er keines gezeigt, "nicht mal an meinem Hund".

Szenario 4: Ein Fuchs ist besonders zutraulich – was tun?

Wenn ein Fuchs auffällig wenig Scheu zeigt, ist Vorsicht angesagt. "Ungewöhnlich zutrauliche Tiere sind oft nicht ohne Grund zutraulich", erklärt Maradi. Gerade junge Füchse sind oft sehr neugierig.

"Diese Neugier solltest du nicht fördern. Wildtiere sollten lernen, Abstand zu Menschen zu halten", so die Expertin. Tollwut gilt in der Schweiz zwar als ausgerottet, in anderen Ländern kann das aber ein Grund für seltsames Verhalten sein.

Szenario 5: Du siehst eine Schlange – wie verhältst du dich richtig?

Halte Abstand und lass die Schlange in Ruhe. Bleibt sie liegen, warte ab und geh großräumig vorbei. "Auf keinen Fall mit einem Ast berühren oder provozieren!", warnt Maradi.  Wichtig zu wissen: In Österreich gibt es zwei giftige Schlangen – Kreuzotter und Hornotter. Aus der Distanz kann man sie oft nicht sicher von ungiftigen Arten unterscheiden.

Mit Hund unterwegs? Immer an die Leine!

Wenn du mit dem Hund wanderst, gelten eigene Regeln. "Hunde sind grundsätzlich Raubtiere", erklärt Maradi. Wildtiere sehen sie immer als Gefahr.

„In wildreichen Gebieten solltest du deinen Hund an die Leine nehmen und darauf achten, dass er bei dir bleibt“

Schon wenn der Hund einem Reh nachläuft, ist das Jagd – auch wenn er es nicht erwischt. Besonders kritisch ist das bei trächtigen Tieren, Jungtieren und im Winter. "Fluchten kosten viel Energie und hochträchtige Weibchen können ihre Jungen verlieren."

{title && {title} } red, {title && {title} } 20.08.2026, 15:20