Michelle Gisin steht vor einer der schwierigsten Entscheidungen ihrer Karriere. Acht Monate nach ihrem schweren Trainingssturz arbeitet die Schweizerin weiter an ihrem Comeback – ob sie tatsächlich noch einmal in den Weltcup zurückkehrt, ist aber völlig offen.
Die 32-Jährige hatte sich im vergangenen Dezember schwer verletzt. Neben einem Kreuz- und Innenbandriss im linken Knie erlitt Gisin Verletzungen an den Schultersehnen, eine Halswirbelfraktur sowie eine zertrümmerte Hand.
Wie dramatisch der Unfall war, machte die Schweizerin später selbst deutlich: "Es hätte viel schlimmer sein können. Es fehlte wenig und ich würde im Rollstuhl sitzen."
Eine Rückkehr bereits im kommenden Winter hält Gisin für unwahrscheinlich. Im Gespräch mit dem "SRF" nennt die zweifache Olympiasiegerin deshalb zwei mögliche Wege: "Übernächste Saison versuchen zurückzukommen. Oder Danke sagen und auf eine wunderschöne Karriere zurückblicken."
Überstürzen will Gisin die Entscheidung nicht. Erst im Herbst möchte sie Bilanz ziehen und prüfen, wie weit sie körperlich und mental gekommen ist.
Entscheidend wird dabei auch die Motivation sein. "Ich will das Feuer noch einmal spüren und, wenn es so stark weiterbrennt, mir die Chance geben, es noch einmal zu versuchen", erklärt Gisin.
Damit könnte dem Schweizer Ski-Team nach Lara Gut-Behrami der nächste prominente Abschied bevorstehen. Noch aber hält sich Gisin die Tür für ein Comeback offen.