Sturla Holm Laegreid blickt auf turbulente Monate zurück: Bei Olympia räumte der norwegische Biathlet gleich fünf Medaillen ab, sorgte aber auch mit seiner öffentlichen Fremdgeh-Beichte für Wirbel. Jetzt schlägt der 29-Jährige einen völlig neuen Weg ein und beginnt ein neues Kapitel abseits des Sports.
Ab Montag tauscht Laegreid zumindest zeitweise Loipe und Schießstand gegen den Hörsaal. Der Weltklasse-Biathlet beginnt an der Universität Oslo ein Studium – und hat sich mit Physik und Astronomie zwei besonders anspruchsvolle Fächer ausgesucht.
Dabei setzt sich der Norweger zunächst kleine Ziele. Gegenüber dem Sender "NRK" erklärte er, schon zufrieden zu sein, wenn er im ersten Semester ein Fach besteht. "Ich will sehen, ob es klappt", sagt Laegreid.
Seine Biathlon-Karriere will Laegreid für das Studium nicht beenden. Vielmehr möchte er künftig versuchen, Spitzensport und Universität miteinander zu verbinden. Dahinter steckt auch eine veränderte Einstellung nach den vergangenen Jahren.
"Das Leben ist mehr als nur Biathlon. Ich habe erreicht, was ich mit dem Sport erreichen will, ab jetzt ist alles ein Bonus. Nicht, dass ich weniger seriös werde, aber ich erlaube mir mehr Dinge im Leben", so der Norweger gelassen.
Sollte der Spagat zwischen Hörsaal und Biathlon allerdings nicht funktionieren, ist für Laegreid klar: Der Sport hat weiterhin Vorrang. Ob auch die privaten Turbulenzen rund um seine Fremdgeh-Beichte bei Olympia Einfluss auf seinen neuen Lebensweg hätten, ließ der Norweger offen. Fest steht jedenfalls: Das öffentliche Seitensprung-Geständnis hat ihm im Liebesleben nichts gebracht. Seine Ex-Freundin machte dies bereits während der Spiele klar.
Sportlich kann der 29-Jährige auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken. Sieben WM-Titel, der Gesamtweltcupsieg 2024/25 sowie sechs Mediallen bei Olympischen Spielen – eine davon sogar in Gold.