Ob immer mehr Leute Tiere aus dem Urlaub mit nach Hause in die Steiermark bringen? Ganz genau weiß das niemand, weil es dazu keine offiziellen Zahlen gibt. Die steirische Tierschutzombudsfrau Karoline Schlögl erzählte der Kleinen Zeitung, dass sich in den letzten Jahren bei den bekannten Fällen aber nicht viel geändert hat. "Es ist weder weniger noch mehr geworden", so Schlögl.
Hier die Regeln in Kurzfassung:
Darfst du einfach einen Hund mitnehmen? Nein!
In Österreich brauchst du für Tiere aus dem Ausland einen EU-Heimtierausweis. Den bekommst du aber nur, wenn das Tier eine gültige Tollwutimpfung hat. Damit diese Impfung gilt, muss das Tier beim Impfen mindestens zwölf Wochen alt sein und nach der Impfung müssen drei Wochen vergangen sein. Das Tier muss außerdem gechippt sein. Kommt das Tier aus einem Drittstaat, brauchst du zusätzlich eine Tiergesundheitsbescheinigung.
Besonders oft werden Hunde und Katzen als Urlaubssouvenir mitgebracht, sagt Schlögl. In vielen Ländern gibt es noch immer viele Straßenkatzen.
„Wenn man auf ein Tier trifft, das einem extrem leidtut oder sehr nahegeht, kann es immer wieder sein, dass man es im Campingwagen oder Auto aus Mitleid mitnimmt.“Karoline SchlöglTierschutzombudsfrau, Steiermark
Straßenhunde und Straßenkatzen sind oft sehr freiheitsliebend und haben ihr eigenes Umfeld. Für viele Tiere ist der Umzug in die Steiermark daher nicht unbedingt das Beste.
Was sind die größten Probleme beim Import von Tieren aus dem Ausland? In vielen Urlaubsländern ist Tollwut noch immer ein Thema. "Das ist eine Erkrankung, die sowohl für das Tier als auch für Menschen ohne einen entsprechenden Schutz in fast 100 Prozent der Fälle tödlich endet", warnt Schlögl. Zudem können die Tiere Parasiten wie Leishmanien oder andere Mittelmeer-Krankheiten haben und damit auch für Menschen gefährlich werden.
Und wie schaut's mit illegalem Tierhandel aus? Laut Schlögl gibt es neben dem Straßenverkauf auch im Internet Seiten, wo man Tiere wie aus dem Katalog bestellen kann. Oft merkt man das erst, wenn das Tier krank ist und der Tierarzt Verdacht schöpft, dass es illegal über die Grenze gebracht wurde. Viele wenden sich dann an die Tierschutzombudschaft, weil sie mit den Tierarztkosten nicht mehr weiterwissen. Im schlimmsten Fall landen die Tiere im Tierheim.
Die größten Probleme bei Tieren aus illegalen Verkäufen? Diese Tiere werden oft viel zu früh von ihren Muttertieren getrennt und haben deshalb viele gesundheitliche Probleme. Die Muttertiere leben oft unter schlimmen Bedingungen. Schlögl appelliert: Niemals ein Tier auf der Straße oder online kaufen. Denn die Nachfrage regelt das Angebot. "Viele Leute sagen dann, was passiert denn sonst mit dem armen Hascherl, aber die Wahrheit ist: Für jedes abgenommene Tier kommen mindestens ein neues nach", sagt Schlögl.
Gibt es einen richtigen Weg, wenn du ein Tier aus dem Ausland mitnehmen willst? Ja, den gibt es. Wer wirklich einen Hund oder eine Katze aus dem Ausland nach Hause holen will, sollte das unbedingt über einen seriösen Tierschutzverein machen. Wer vor Ort helfen möchte, kann laut Schlögl auch einfach einen Tierschutzverein dort finanziell unterstützen.
Woran erkennst du einen seriösen Züchter oder Tierschutzverein? Auf der Website der Steirischen Tierschutzombudschaft findest du eine Checkliste für Züchter und Tierschutzvereine. Ein seriöser Züchter hat meistens einen Bewerbungsprozess, gibt Tiere mit Papieren ab, lässt dich die Zuchtstätte besuchen und die Übergabe passiert persönlich. Ein seriöser Tierschutzverein übergibt Tiere zuerst auf Probe, fragt genau nach den Haltungsbedingungen und bringt Tiere nur mit gültigen Reisedokumenten über die Grenze.