Sein Name dürfte vielen Wienern kein Begriff sein, sein Werk kennen sie aber: Tino Erben hat mit seiner Schriftgestaltung für die Wiener U-Bahn das Stadtbild nachhaltig geprägt. Nun trauert Wien um den bedeutenden Grafiker und Artdirector.
Erben wurde 1933 in Wien geboren und studierte von 1954 bis 1958 an der Akademie für angewandte Kunst Wien. Im Laufe seiner Karriere gestaltete er Plakate, Kataloge und Drucksachen für zahlreiche bekannte Institutionen und Veranstaltungen.
Dazu gehörten unter anderem die Albertina, die Stadt Wien, die Triennale von Mailand und die Wiener Festwochen. Von 1984 bis 1989 war Erben Artdirector der Wiener Festwochen.
Auch Bürgermeister Michael Ludwig würdigt den verstorbenen Künstler: "Mit Tino Erben verliert Wien einen bedeutenden österreichischen Grafiker und Artdirector, der mit seinen ikonischen Entwürfen das visuelle Erscheinungsbild dieser Stadt über Jahrzehnte maßgeblich mitgeprägt hat. Seine Arbeiten sind aus dem Wiener Kulturleben nicht wegzudenken und bleiben als prägende Beiträge zur österreichischen Gestaltungskultur in Erinnerung. Mein tief empfundenes Beileid gilt seiner Familie sowie allen, die ihm persönlich und beruflich verbunden waren."
Der Grafiker hinterließ seine Spuren nicht nur im Wiener Stadtbild. Ab 1980 war er als Lehrbeauftragter für Schriftgestaltung tätig. Von 1988 bis 2001 leitete er die Meisterklasse für Grafik an der Hochschule für angewandte Kunst.
"Tino Erben hat mit seinem künstlerischen Schaffen Maßstäbe gesetzt und mehrere Generationen von Grafikerinnen geprägt. Gemeinsam mit Weggefährtinnen arbeitete er daran, Gestaltung und visuelle Kommunikation immer wieder neu zu denken und weiterzuentwickeln. Wien verliert mit ihm eine herausragende Persönlichkeit der österreichischen Grafik und einen wichtigen Lehrer, Gestalter und Impulsgeber. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und bei allen, die ihn begleitet haben", so Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler.
Erbens Arbeiten sind unter anderem im Wien Museum, im Plakatmuseum Warschau und in der Mährischen Galerie in Brünn vertreten.
Für sein Schaffen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Dazu zählen das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien, der Preis der Stadt Wien für Angewandte Kunst, der Plakatpreis Vis-Com Kongress und der österreichische Staatspreis für Buch- und Umschlaggestaltung.