In der Klinik Ottakring harrten einige Patienten bei Temperaturen von bis zu 39 Grad in ihren Zimmern aus ("Heute" berichtete). Ärzte und Pflegekräfte der Klinik Ottakring arbeiten laut eigenen Messungen seit Wochen bei Temperaturen von bis zu 40 Grad.
Während die Kliniken Floridsdorf und Landstraße sowie das AKH zentral klimatisiert sind, beschränkt sich die Kühlung in anderen öffentlichen Krankenhäusern vor allem auf sensible Bereiche wie Operationssäle und Intensivstationen. Besonders angespannt ist die Situation in den Kliniken Donaustadt und Ottakring sowie teilweise in Favoriten. Dort gibt es Hitzealarm.
Ärztekammer und Gewerkschaft warnen vor den Folgen für Beschäftigte und Patienten. Hannes Wölflingseder vom Fachbereich Gesundheit der Gewerkschaft vida sieht laut "ORF" ein grundsätzliches Problem bei den bestehenden Gebäuden: "Mit dem, was der Klimawandel mit sich bringt, mit den langanhaltenden hohen Temperaturen, auf das sind die Gebäude nicht ausgelegt." Er fordert einheitliche Lösungen für die Krankenhäuser und die nötige Finanzierung. "Und dass es Geld gibt, damit man das umsetzen kann."
Der Wiener Gesundheitsverbund verweist auf bereits umgesetzte Sofortmaßnahmen gegen die Hitze. Dazu zählen etwa Deckenkühlungen und Beschattungen. Eine nachträgliche Ausstattung sämtlicher Bereiche mit Klimaanlagen sei allerdings mit großen Schwierigkeiten verbunden.
"Es ist der bauliche Aufwand in solchen Altgebäuden zu hoch. Er würde nicht den Zweck erfüllen. Diese Kühl-Großanlagen füllen ganze Räume, die wir extra installieren müssen", erklärt Michael Lischent vom Wiener Gesundheitsverbund. Auch Hygiene- und Kostenfragen spielen bei einer flächendeckenden Nachrüstung eine Rolle. ÖVP und FPÖ fordern dennoch Klimaanlagen für die Wiener Spitäler.
Bei Neubauten sieht die Situation anders aus, wie der "ORF" berichtet. Dort sollen Klimaanlagen bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Das gilt etwa für die Klinik Favoriten. "Da kann die Stadt Wien garantieren, dass die neuen Kliniken diese Kühlung aufweisen."
Im Zuge der Modernisierung sind zentrale, für den Spitalsbetrieb geeignete Klimaanlagen vorgesehen. Medizinische Spezialfilter sollen dabei den Schutz vor Keimen gewährleisten.