Auf der kleinen griechischen Insel Atokos im Ionischen Meer sind Wildschweine die heimlichen Strandkönige.
Ende Juli kamen Touristen eigens auf die Insel, um die frei lebenden Tiere zu beobachten. Die Schweine leben im dichten Wald und spazieren gelegentlich bis zum Strand hinunter. Einige wagen sich sogar ins Wasser – und haben Atokos damit den Spitznamen "Schweineinsel" eingebracht.
Für die Tiere ist das allerdings kein Touristenprogramm. Sie leben frei auf der unbewohnten Insel und entscheiden selbst, wann ihnen nach einem Bad zumute ist. Gerade das macht den ungewöhnlichen Anblick so reizvoll.
So niedlich ein schwimmendes Schwein auf dem Urlaubsfoto aussehen mag: Wildtiere sind keine Streicheltiere. Besucher sollten Abstand halten, die Tiere nicht bedrängen und vor allem nicht füttern. Denn regelmäßiges Futter von Menschen kann ihr natürliches Verhalten verändern und sie immer stärker an Besucher gewöhnen.
Das gilt besonders, wenn Jungtiere dabei sind. Wildschweine sind kräftige Tiere und können sich bedroht fühlen, wenn Menschen ihnen zu nahe kommen.
Atokos ist zudem Teil des europäischen Natura-2000-Schutznetzwerks. Wer dort anlandet, besucht also keinen Freiluft-Zoo, sondern einen wertvollen Naturraum. Und vielleicht ist das die schönste Pointe der "Schweineinsel": Wer Glück hat, bekommt ein tierisch gutes Urlaubsmotiv – aber bitte mit Respekt und genügend Abstand. Denn auf Atokos sind nicht die Schweine bei uns zu Besuch. Wir sind bei ihnen.