Tierische Vorwürfe

Haben 400 tote Schweine bereits seit April gehungert?

Rund 400 tote Schweine wurden Ende Juli in einem Mastbetrieb im Bezirk Amstetten entdeckt. Neue Hinweise zeichnen nun ein schreckliches Bild.
Heute Tierisch
11.08.2026, 13:42
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400 tote Schweine, nur 88 Tiere lebten noch: Der schockierende Fund in einem Mastbetrieb im Bezirk Amstetten sorgt weiter für Entsetzen. Jetzt berichten anonyme Hinweisgeber von monatelangem Verwesungsgeruch und erheben einen besonders schweren Vorwurf: Die Tiere sollen bereits seit April nicht mehr ausreichend gefüttert worden sein.

400 Tiere bereits tot, als Tierarzt kam

Das Ausmaß ist kaum vorstellbar: Als Polizei und Amtstierärzte Ende Juli einen Schweinemastbetrieb im niederösterreichischen Bezirk Amstetten kontrollierten, fanden sie Hunderte tote Tiere vor. Rund 400 Schweine waren verendet, lediglich 88 Tiere sollen noch am Leben gewesen sein.

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Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) spricht von einem derart erschütternden Fall, dass auch Anzeige wegen des Verdachts der Tierquälerei nach § 222 StGB gegen den Landwirt erstattet werden soll.

Seit April am Verhungern?

Nach Bekanntwerden des Falls hätten sich laut VGT mehrere Personen unabhängig voneinander und anonym beim Verein gemeldet. Ihre Schilderungen zeichnen ein noch dramatischeres Bild der Zustände auf dem Hof. Eine Person behauptet demnach, die Schweine seien bereits seit April nicht mehr ausreichend gefüttert worden. Ein weiterer Hinweisgeber will schon seit Monaten Verwesungsgeruch in der Umgebung des Betriebs wahrgenommen haben.

Ob und in welchem Umfang diese anonym erhobenen Vorwürfe zutreffen, müssen die Ermittlungen klären.

„Wir haben es hier mit einem Fall zu tun, den man sich im schlimmsten Albtraum nicht ausmalen kann. 400 Schweine verhungern nicht über Nacht“
Isabell EcklVGT-Campaignerin

Warum keine früheren Kontrollen?

Besonders brisant sind die Angaben des VGT zum zeitlichen Ablauf vor der Entdeckung der Tierkadaver. Demnach soll der massive Verwesungsgeruch bereits am 17. Juli gemeldet worden sein. Die Polizei habe den Stall bei einer ersten Kontrolle allerdings nicht betreten können, weil der Betreiber sie nicht hineingelassen habe. Auch ein weiterer Versuch soll erfolglos geblieben sein.

Erst am 24. und 25. Juli – rund eine Woche nach der ersten Meldung – hätten Polizei und Amtstierärzte den Betrieb genauer kontrollieren können. Dabei wurden schließlich die Hunderte Tierkadaver entdeckt.

„Wir können nicht verstehen, dass selbst bei Verwesungsgeruch und dringender Gefahr in Verzug kein Betreten von Stallungen durch die Polizei möglich ist, sollte ein Betreiber die Kooperation verweigern. Es geht buchstäblich um Leben und Tod für diese Tiere“

Der Verein fordert nun Konsequenzen. Neben der angekündigten Anzeige wegen des Verdachts der Tierquälerei verlangt der VGT ein Tierhaltungsverbot für den betroffenen Landwirt. Zudem sollen die Behörden überprüfen, ob der Mann noch an anderen Orten Tiere hält. Diese Haltungen müssten nach Ansicht der Tierschützer ebenfalls kontrolliert werden.

Der VGT verlangt darüber hinaus eine Gesetzesänderung: In besonders schweren Fällen soll ein sofortiges Tierhaltungsverbot ausgesprochen werden können, ohne zunächst den Abschluss straf- oder tierschutzrechtlicher Verfahren abwarten zu müssen.

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