Tierische Urlaubsbetreuung

Hundepensionen: Worauf Hundebesitzer achten sollten

Die Nachfrage nach Hundepensionen steigt, doch Qualität und behördliche Bewilligung sind entscheidend für eine sichere Betreuung.
Heute Tierisch
11.08.2026, 09:40
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Wenn es auf Reisen geht, stellt sich für viele Hundebesitzer die große Frage: Wohin mit dem Vierbeiner? Aber nicht jede Hundepension ist gleich. Wer sein Tier in fremde Hände gibt, sollte da wirklich genau hinschauen.

Im Bezirk Völkermarkt gibt es derzeit vier gemeldete Hundepensionen, im Bezirk Wolfsberg sind es drei – eine davon ist erst vor ein paar Wochen eröffnet worden. Die Nachfrage nach guten Hundepensionen ist in den letzten Jahren ordentlich gestiegen. Christina Pammer von der Hundepension "Doggie Inn" in Neuhaus/Suha sagt: "Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Hundepensionen ist gestiegen." Ihr Betrieb bleibt bewusst klein – maximal fünf Hunde werden gleichzeitig betreut. Einen Platz hält sie nach Möglichkeit frei, damit sie im Notfall schnell reagieren kann.

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Auch im Lavanttal ist das Interesse groß. Sabine Reichl führt gemeinsam mit ihrem Mann Christian seit 2021 die Hundepension "Sabo" in Oberpreitenegg. Dort können bis zu neun Hunde betreut werden – und das nicht nur im Sommer. "Bei mir ist die Nachfrage das ganze Jahr über gleich", erzählt Reichl. Die Gäste kommen sowohl bei ihr als auch bei Pammer teilweise aus ganz Österreich, denn "die richtige Pension zu finden ist nicht leicht".

Hundepensionen sind immer bewilligungspflichtig

Wer eine Hundepension betreiben will, kann nicht einfach Tiere aufnehmen und dafür Geld verlangen. Für gewerbliche Tierpensionen gibt es klare Vorgaben in der Tierschutz-Sonderhaltungsverordnung. "Bewilligungspflichtig ist das immer", stellt Kärntens Tierschutzombudsfrau Jutta Wagner klar. Zuständig sind die jeweilige Bezirkshauptmannschaft oder in Statutarstädten der Magistrat. Es braucht geeignete Räume, Hygiene, Dokumentation und Sachkunde. Außerdem muss es Möglichkeiten geben, Tiere bei Bedarf zu trennen.

Ein Knackpunkt sind in der Praxis oft die Räumlichkeiten sowie Sauberkeit und Desinfektion. Die Betriebe werden laut Wagner einmal im Jahr kontrolliert. Dabei wird nicht nur auf die Räume und Aufzeichnungen geschaut, sondern auch auf Pflege, Haltung und Beschäftigung der Tiere. Fälle von illegaler Betreuung gibt es immer wieder. Solche Angebote tauchen etwa in sozialen Medien auf oder werden durch Hinweise von unzufriedenen Kunden entdeckt.

„Die, die das machen, dürften es g'scheit machen, denn Missstände bei gemeldeten Betrieben wurden bei uns noch nicht gemeldet.“
Jutta WagnerTierschutzombudsfrau Kärnten

Bei den bewilligten Tierpensionen gibt es laut Wagner kaum gröbere Probleme: "Die, die das machen, dürften es gescheit machen." Das bestätigen auch die Bezirkshauptmannschaften in Wolfsberg und Völkermarkt: "Missstände bei gemeldeten Betrieben wurden bei uns noch nicht gemeldet, da Kontrollen sowohl vor, als auch nach Eröffnung stattfinden."

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Für Pammer beginnt eine gute Betreuung lange vor dem Urlaub. Neukunden nimmt sie nicht spontan auf. Zuerst lernen sich Hund, Besitzer und Betreuerin kennen. Rund einen Monat kann eine stressfreie Eingewöhnung dauern. "Wir machen das Schritt für Schritt, wie beim Kindergarten", sagt Pammer.

Auch bei "Sabo" läuft es ähnlich: "Vorab gibt es ein Kennenlernen mit Hund und Mensch." Die Besitzer können sich dabei genau anschauen, wie die Tiere tatsächlich untergebracht sind. Für beide Betreuerinnen ist Transparenz besonders wichtig: "Hundehalter sollten überprüfen, ob der Betrieb genehmigt ist – und sich zeigen lassen, wo und wie ihr Tier wohnen wird." Das rät auch die Tierschutzombudsfrau: "Wer Zweifel hat, kann sich den Bewilligungsbescheid der Behörde zeigen lassen."

Zur professionellen Betreuung gehört auch der Papierkram dazu. Pammer verlangt vorab den Impf- oder Heimtierpass und führt für jeden Hund einen eigenen Kundenakt. Das macht auch Reichl so. Die gesetzlichen Vorgaben schreiben außerdem eine Dokumentationspflicht und Vorkehrungen für kranke oder unverträgliche Tiere vor. Reichl hat sich auf ängstliche oder verhaltensauffällige Hunde spezialisiert, die anderswo schwer einen Platz bekommen.

Wer einen Ferienplatz für seinen Hund sucht, sollte nicht nur auf den Preis schauen. Denn eine schöne Internetseite sagt noch lange nichts darüber aus, wie ein Hund seine Urlaubstage tatsächlich verbringt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 11.08.2026, 09:40