Tierischer Schweine-Skandal

Tierschutz Austria fordert Kontrollen ohne Ankündigung

Nach dem Fund von 400 toten Schweinen in Niederösterreich fordert Tierschutz Austria strengere Kontrollen und mehr Personal im Veterinärwesen.
Heute Tierisch
12.08.2026, 10:04
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In einem Mastbetrieb im Bezirk Amstetten wurden rund 400 Tote und teilweise bereits verweste Schweine entdeckt. Zusätzlich fehlen etwa 1.000 Tiere. Dieser schockierende Fund ist kein Einzelfall, sondern zeigt deutliche Schwächen im Kontrollsystem auf. Tierschutz Austria verlangt daher dringend, dass fachkundige und unangekündigte Kontrollgruppen eingerichtet werden, um die amtlichen Veterinärkontrollen massiv zu verstärken.

„Hunderte Tiere sind über Wochen oder Monate qualvoll verhungert. Solche Zustände dürfen in einem Rechtsstaat mit Tierschutzgesetz und Verfassungsrang für den Tierschutz nicht vorkommen“
Dr.in Madeleine PetrovicPräsidentin Tierschutz Austria

Die Präsidentin kritisiert, dass Betriebe statistisch gesehen nur alle fünfzig Jahre kontrolliert werden und diese Kontrollen meist angekündigt sind. "Wenn Betriebe statistisch alle fünfzig Jahre geprüft werden und Kontrollen meist angekündigt erfolgen, ist das System zum Scheitern verurteilt."

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Viele Amtstierärzte sind überlastet und kündigen Kontrollen oft im Vorhinein an. Die Landwirtschaft in Österreich hat laut Petrovic nur dann eine Zukunft, wenn Qualität und Tierschutz im Vordergrund stehen. Solche Skandale schaden dem Ruf aller seriösen Betriebe.

Sie fragt: "Ist das schon wieder nur ein schrecklicher Einzelfall? Und warum bezieht das Ressort nicht endlich fachlich kompetente Organe aus den Tierschutz-Organisationen in allen Bereichen der Nutztierhaltung ein?" In der Geflügelwirtschaft funktioniert die Zusammenarbeit mit Tierschutzorganisationen bereits – dort sind solche Skandale kaum noch möglich. Die Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung (KaN) in Bruck an der Mur könnte als Vorbild für ganz Österreich dienen.

Tierschutz Austria fordert daher:

- In jedem Bundesland eine fachkundige Tierschutzkontrollgruppe für unangekündigte und regelmäßige Kontrollen.

- Mehr Budget und Personal für das amtliche Veterinärwesen.

- Gesetzesänderungen, damit Tierhaltungsverbote schneller ausgesprochen werden können.

- Leicht erreichbare Anlaufstellen für Krisenintervention bei den Landwirtschaftskammern.

- Videoüberwachung und strengere Kontrollen in allen Schlachtbetrieben.

„Wir brauchen handlungsfähige Strukturen statt Schuldzuweisungen – zum Schutz der Tiere und der Menschen“

Der betroffene Betrieb wurde mittlerweile geschlossen, eine Anzeige wegen Tierquälerei liegt vor. Tierschutz Austria fordert eine lückenlose Aufklärung und dass der Betreiber den Betrieb nicht wieder aufnehmen darf. Jetzt liegt es an Politik und Behörden, aus diesem Fall die richtigen Schlüsse zu ziehen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 12.08.2026, 10:04