Kältepol des Landes

10,6 Grad! 5-Seelen-Ort in Österreich trotzt der Hitze

Temperaturen über 40 Grad stellen neue Allzeit-Hitzerekorde auf. Ein Mini-Ort in Niederösterreich zeigt sich von der Hitzewelle aber unbeeindruckt.
Digital  Heute
05.08.2026, 12:23
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Im Großteil Österreichs bringt die aktuelle Hitzewelle schlaflose Nächte. In vielen Regionen sinken die Temperaturen selbst nach Sonnenuntergang kaum noch ab, zeigt ein Blick auf die digitalen Wetterdaten. Ganz anders sieht die Lage jedoch in einem winzigen Ort im niederösterreichischen Waldviertel aus. Schwarzau im Freiwald ist einmal mehr der Kältepol des Landes und zeigt, dass Österreich selbst während einer Hitzewelle erstaunliche Wettergegensätze bereithält.

Die Ortschaft gehört zur Gemeinde Moorbad Harbach im Bezirk Gmünd und zählt gerade einmal fünf Einwohner. Trotz ihrer geringen Größe ist sie unter Meteorologen seit Jahren bestens bekannt. Der Grund liegt in ihrer besonderen Lage. Schwarzau befindet sich in einer flachen Senke auf rund 788 Metern Seehöhe nahe der tschechischen Grenze. Genau diese Landschaft sorgt regelmäßig für außergewöhnlich niedrige Temperaturen.

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Während sich tagsüber auch hier die Sommerwärme bemerkbar macht, fließt in klaren und windstillen Nächten kalte Luft in die Senke und sammelt sich dort. Dadurch entsteht ein sogenannter Kaltluftsee. Die kalte Luft bleibt am Boden liegen und lässt die Temperaturen deutlich stärker sinken als in den umliegenden Regionen. Deshalb werden an der offiziellen TAWES-Wetterstation von GeoSphere Austria immer wieder Werte gemessen, die im österreichweiten Vergleich herausstechen.

10,6 Grad statt Tropennacht

Auch während der aktuellen Hitzewelle zeigt sich dieser Effekt eindrucksvoll. An der Wetterstation in Schwarzau wurde in den vergangenen 24 Stunden eine Tiefsttemperatur von lediglich 10,6 Grad registriert. Damit war die Nacht dort außergewöhnlich kühl, obwohl weite Teile Österreichs gleichzeitig unter sehr warmen Nächten litten. Die aktuellen Messwerte der Station zeigen Temperaturen von rund 12 Grad.

Der kleine Ort hat sich seinen Ruf als österreichischer Kältepol über viele Jahre erarbeitet. Besonders im Winter und in den Übergangsjahreszeiten sorgt Schwarzau regelmäßig für Schlagzeilen. So wurde dort im Jänner 2026 laut GeoSphere Austria ein Tiefstwert von minus 16,1 Grad gemessen. Damit war Schwarzau in dieser Nacht der kälteste Ort Österreichs. Selbst die Wetterstation in Zwettl lag damals mit minus 14,2 Grad noch deutlich darüber. Diese Messungen zeigen, wie stark sich die besondere Topografie auf das lokale Klima auswirkt.

Doch Schwarzau ist nicht nur wegen seiner Temperaturen bekannt. Hier entspringt auch die Schwarzau, die nach wenigen Kilometern die Grenze nach Tschechien überschreitet. Die Kombination aus Quellgebiet, weitläufigen Wäldern und der offenen Senkenlandschaft prägt den Charakter der Region und macht sie zu einem außergewöhnlichen Naturraum im Waldviertel.

Nur 5 Einwohner im Ort gemeldet

Für Menschen, die derzeit unter heißen Nächten leiden, wirken Temperaturen knapp über 10 Grad beinahe wie aus einer anderen Jahreszeit. Während in Ballungsräumen vielfach selbst in den Nachtstunden kaum Abkühlung einsetzt, kann in Schwarzau die frische Luft durch die geografischen Gegebenheiten ungehindert in die Senke strömen. Das sorgt für einen deutlichen Unterschied zum Rest des Landes.

Gerade dieser Kontrast macht den kleinen Ort jedes Jahr aufs Neue interessant. Obwohl dort nur fünf Menschen leben, richtet sich bei außergewöhnlichen Wetterlagen regelmäßig der Blick der Meteorologen nach Schwarzau im Freiwald. Die Messstation liefert immer wieder Werte, die zeigen, wie vielfältig das Klima innerhalb Österreichs sein kann.

{title && {title} } red, {title && {title} } 05.08.2026, 12:23