Tierisches Spektakel

So reagiert die Tierwelt auf die Sonnenfinsternis

Heute wird es plötzlich finster und wir wissen natürlich auch weshalb - doch wie reagiert unsere Tierwelt auf die unvorhergesehene Dunkelheit?
Heute Tierisch
12.08.2026, 11:28
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Wenn sich mitten am Tag der Himmel verdunkelt, bringt das nicht nur uns Menschen zum Staunen. Auch in der Tierwelt kann eine Sonnenfinsternis für ordentlich Verwirrung sorgen. Vögel verstummen, Bienen stellen ihre Arbeit ein und manche Tiere machen sich plötzlich bettfertig.

Wenn man von nichts wüsste ...

Für uns Menschen ist eine Sonnenfinsternis ein seltenes Naturschauspiel, das wir lange im Voraus berechnen können. Tiere haben diesen Vorteil nicht. Für sie verändert sich ihre Umwelt innerhalb kurzer Zeit auf ziemlich ungewöhnliche Weise: Das Licht nimmt ab, die Temperatur kann sinken – und mitten am Tag sieht es plötzlich so aus, als würde die Nacht hereinbrechen.

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Vor allem bei einer totalen oder nahezu totalen Sonnenfinsternis kann das Auswirkungen auf das Verhalten verschiedener Tierarten haben. Forschende beobachten dieses Phänomen deshalb schon seit Jahrzehnten.

Innere Uhr ist verwirrt

Viele Tiere richten ihren Tagesablauf stark nach dem Licht. Es bestimmt mit, wann sie schlafen, auf Nahrungssuche gehen, singen oder aktiv werden. Wird es während einer Sonnenfinsternis plötzlich dunkel, können diese Lichtreize kurzfristig durcheinandergeraten. Manche Tiere reagieren deshalb so, als wäre tatsächlich Abend geworden.

Vögel ... zuerst Stille, dann Chor!

Eine großangelegte Untersuchung zur totalen Sonnenfinsternis vom 8. April 2024 in Nordamerika wertete zehntausende Beobachtungen und fast 100.000 Vogelstimmen aus. Das Ergebnis: Zahlreiche Vogelarten veränderten ihr Verhalten deutlich. Besonders spannend war das Ende der Finsternis: Bei etwa der Hälfte der untersuchten Arten löste die plötzliche Rückkehr des Lichts Gesang aus, der an den morgendlichen Chor bei Sonnenaufgang erinnerte. Für manche Vögel war es offenbar gewissermaßen ein zweiter Tagesanbruch.

Bienen machen Feierabend

Auch bei Insekten kann die verdunkelte Sonne einiges auslösen. Eine 2024 veröffentlichte Studie untersuchte Bienen während einer ringförmigen Sonnenfinsternis in Südindien. Dort erreichte die Bedeckung der Sonne rund 97 Prozent.

Während der stärksten Verdunkelung gingen die Blütenbesuche der Bienen deutlich zurück. Das ist durchaus logisch: Bienen orientieren sich unter anderem am Sonnenlicht und benötigen ausreichend Licht für ihre Navigation und Nahrungssuche. Verschwindet dieses Signal plötzlich, kann der ganz normale Arbeitstag ins Stocken geraten.

Forscher im Zoo

Wie unterschiedlich Tiere reagieren können, zeigte auch eine Untersuchung während der totalen Sonnenfinsternis 2017 in einem Zoo im US-Bundesstaat South Carolina. Forschende beobachteten dort 17 verschiedene Tiergruppen – darunter Säugetiere, Vögel und Reptilien. Bei 13 davon änderte sich das Verhalten während der Finsternis. Besonders häufig wechselten die Tiere plötzlich in ihre üblichen Abend- oder Nachtroutinen.

Bei Pavianen, Gorillas, Giraffen, Flamingos und Loris registrierten die Forschenden Verhaltensweisen, die sie als mögliche Anzeichen von Unruhe einstuften. Galapagos-Riesenschildkröten und ein Komodowaran wurden dagegen ungewöhnlich aktiv.

Die Wissenschaftler weisen allerdings auf einen wichtigen Punkt hin: Gerade bei Zootieren lässt sich nicht immer eindeutig feststellen, ob tatsächlich die Verdunkelung selbst für Aufregung sorgt. Auch ungewöhnlich viele Besucher und eine veränderte Stimmung rund um die Tiere könnten eine Rolle spielen.

Was wissen Tiere denn genau?

Ob ein Tier eine Sonnenfinsternis als außergewöhnliches Ereignis begreift, lässt sich kaum beantworten, aber in den meisten Fällen dürfte die einfachere Erklärung zutreffen: Tiere reagieren auf plötzlich veränderte Umweltreize. Licht, Temperatur und Tagesrhythmus ändern sich innerhalb weniger Minuten – und der Körper reagiert darauf.

Hund und Katz'

Wer während einer Sonnenfinsternis neben seinem Hund oder seiner Katze sitzt, muss nicht automatisch mit einem tierischen Ausnahmezustand rechnen.

Haustiere können auf die veränderten Lichtverhältnisse reagieren, müssen es aber nicht. Manche werden vielleicht ruhiger oder suchen ihren gewohnten Schlafplatz auf, andere zeigen überhaupt keine erkennbare Veränderung. Zusätzlich können Hunde und Katzen auf das Verhalten ihrer Menschen reagieren – etwa wenn plötzlich alle aufgeregt nach draußen laufen und in den Himmel schauen.

Ein spezieller Augenschutz für Haustiere ist im Normalfall ebenfalls nicht nötig. Tiere haben schließlich keinen Grund, minutenlang bewusst in die Sonne zu starren. Menschen dagegen schon – und sollten eine Sonnenfinsternis außerhalb der kurzen Phase einer vollständigen Totalität niemals ohne geeigneten Augenschutz direkt beobachten.

{title && {title} } red, {title && {title} } 12.08.2026, 11:28